Hadid-Pavillon (Landscape Formation One)

Am 10. März 1999 wurde in Weil am Rhein der baden-württembergische Pavillon für die Landesgartenschau „Grün 99“ eröffnet. Nach dem Vitra-Feuerwehrhaus war dies der zweite Bau der im Irak geborenen und bis zu ihrem Lebensendein London tätigen Architektin Zaha Hadid in Weil am Rhein und zugleich der erste Auftrag der öffentlichen Hand an die visionäre Architektin. Der „Treffpunkt Baden-Württemberg“ wurde im Rahmen der Grün99 vom 16. April bis 17. Oktober 1999 als Veranstaltungs- und Ausstellungsbau, anschließend als ständiger Sitz eines trinationalen Umweltzentrums mit Veranstaltungsfläche genutzt, die bei der Metzgerei Adler in Weil am Rhein für private Veranstaltungen gepachtet werden kann.

In Zusammenarbeit mit Patrik Schumacher sowie den Architekten Mayer und Bährle hatte Zaha Hadid den etwa 3,4 Millionen Mark teuren und knapp 840 Quadratmeter großen Bau innerhalb von zwei Jahren errichtet. „LF one“ hat sie das Projekt genannt, ein 140 Meter langes „Raumbündel“, das physisch und formal in die topografisch abwechslungsreiche Gartenlandschaft integriert ist und aus der Geometrie des ihn umgebenden Wegenetzes förmlich herauswächst. Vier parallele und teilweise miteinander verbundene Räume sind zwischen sich in der Breite und in der Höhe verzweigenden Wegen ausgebildet.
Die Grenzen zwischen der äußeren Hülle des Gebäudes und seiner Umgebung sind - ungewöhnlich für die Architektin - nicht scharfkantig und schrill, sondern weich und fließend gestaltet. Zaha Hadid hatte den Namen „Landscape Formation One“ gewählt, da sie die Einbettung in die Landschaft einer artifiziellen Kiesgruben-Landschaft und der Lage in der Region als „Landschaftsbauwerk“ überhöhen und nach diesem Prinzip weitere Bauwerke folgen lassen wollte.
Sie hat zwar nach den beiden Weiler Aufträgen noch zahlreiche Bauwerke weltweit errichtet, dabei aber nur noch eines, das architektonisch an LF One errinnert. Im August 2005 wurde im Kopenhagener Vorort Örholm der Erweiterungsbau des Ordrupgaard Kunstmuseums eröffnet. Mit organischen Formen und Splitlevels reagierte Hadid auf die kleinen Hügel und die parkähnliche Umgebung des Museumsgartens. Wie die Jury seinerzeit urteilte, habe Hadid in ihrem Entwurf die Landschaft „decodiert, interpretiert und in Diagramme übersetzt, die sie dann zu einer Serie von Strukturmodellen formiert“. Dies hätte auch in Weil am Rhein so formuliert werden können.
Dem Besucher soll es überlassen bleiben, je nach „Perspektive, Ziel oder Stimmung“ Anfang und Ende des von Sichtbeton beherrschten Baukörpers zu definieren. Er kann das geschwungene Gebäude betreten, es durchqueren oder darüber hinweglaufen.
Die von der Stadt ursprünglich geplante, enge Vernetzung des Gartenschaugeländes mit den nahegelegenen architektonischen Sehenswürdigkeiten auf dem Vitra Campus konnte nicht realisiert werden. Das Beton-Gebäude korrespondiert aber mit dem gegenüberliegenden Mischwerk, das als „Begehbare Industrieskulptur“ für die Grün99 von Professor Thomas Spiegelhalter saniert und nach der Gartenschau an den Künstler Volker Scheurer verpachtet worden war, der dort seither zahlreiche Kunst-Ausstellungen und Kulturprojekte organisiert hat. Beide Gebäude bilden den Rahmen für das Festival „Kieswerk Open Air“ des städtischen Kulturamtes.

Nähere Infos unter:
https://w-wt.de/Tourismus/architektur-und-design/hadid-pavillon.php

Hadid-Pavillon
 

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