Künstler*innen

Die Liste der hier beschriebenen Kulturschaffenden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es handelt sich um Persönlichkeiten, die sich mit professionellem Anspruch hauptberuflich mit ihren künstlerischen Inhalten befassen oder befasst haben.

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Aey, Paul Erich (1881 – 1964), Kulissenmaler

Kaum ein Weiler Künstler hat die Stadtwerdung vor einem Jahrhundert auf künstlerische Weise so nah und intensiv begleitet wie Erich Aey. Am 22. Dezember 1964 ist der am 27. Februar 1881 in Berlin geborene Kulissenmaler Paul Erich Aey im Alter von 83 Jahren in Weil am Rhein gestorben.
Sein Vater besaß in Berlin eine große Werkstatt für Kulissenmalerei. Aey bereitete sich durch ein Studium zum Kulissenmaler in Berlin und Wien auf die Übernahme des väterlichen Betriebs vor. Er heiratete und wurde Vater einer Tochter. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs arbeitete Aey als Bühnenbildner und sammelte Erfahrung als Schauspieler. Mit den Gebrüdern Faßnacht, die aus einer alten Oberammergauer Passionsspielfamilie stammten und ihrer Schauspieltruppe reiste Aey umher, entwarf die Bühnenbilder und übernahm zwei Rollen.
Fast 40-jährig eröffnete er in Anklam eine Kunsthandlung mit Kunstwerkstätte. Er malte Dekorationen und entwarf Kulissen, unter anderem für die größte Freilichtbühne der Welt für die Freiburger Aufführung des sechsstündigen Passionsspiels im Jahr 1921/ 1922. Der Künstler baute dabei die Gebäude des antiken Jerusalem nach. Die eigens konstruierte Zuschauerbühne bot 7 440 Sitz- und 1 550 Stehplätze. Das Volk wurde von 500 Statisten aus Freiburg dargestellt. Doch die ausländischen Besucher blieben aus und das deutsche Publikum war von der Wirtschaftskrise geschüttelt.

Zu Weil am Rhein hatte Erich Aey, wie er hier genannt wird, seit Ende der Zwanzigerjahre enge Beziehungen. Im November 1928 wurde unter seinem Vorsitz im Bahnhofshotel Hermann die Theatergemeinschaft Weil-Leopoldshöhe gegründet. Im Vorfeld der Feierlichkeiten zur Stadterhebung von Weil 1929 schrieb und inszenierte er das Theaterspiel „Ein Frühlingstraum: Weil wie es war, wie es ist und wie es sein wird“.
1930 zog Aey mit 49 Jahren nach Weil am Rhein, das seine zweite Heimat wurde. Eine Wohnung fand er in der Reblistraße 27, die Werkstatt richtete er in der Schutzackerstraße 3 ein. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit dem Entwerfen von Festsaaldekorationen und Bemalen von Weinfässern und Fasnachtswagen.
Gustav Hermann, der Wirt des Bahnhofhotels, verschaffte Aey Jahr für Jahr Aufträge, er erhielt aber auch welche von außerhalb. Ein Zubrot verschafften ihm die zahlreichen Salonbilder: Landschaften, Stillleben, Architekturbilder und Idyllen. Gelegentlich kopierte Aey seine Vorbilder wie Spitzweg.
Am 27. Mai 1933 heirate Aey 51-jährig zum zweiten Mal die 26-jährige Hildegard Podchul aus Bockwitz. Aeys zweites Kind kam 1934 in Weil zur Welt. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs wurde er für Schreibarbeiten zum Kriegsdienst eingezogen.

Nach dem Krieg entstanden immer wieder Kulissen für Aufführungen, wie etwa für das Winzerfest in Alt-Weil im Oktober 1949 und Hunderte von Ölgemälden mit Motiven aus Weil am Rhein und Umgebung. Trotzdem blieb die Not das Leitmotiv von Aeys zweiter Lebenshälfte. 1974, zehn Jahre nach seinem Tod, richtete die Galerie Markgräflerland zu Ehren des Kulissenmalers in Weil am Rhein eine Gedächtnisausstellung aus.

Foto: zbV
Foto: zbV

Ardeleanu, Mona (1984), Malerin

Virtuos gemalte, seltsam vertraute und doch unergründliche Objekte aus gemusterten und gefalteten Stoffen, Haaren, und vielen weiteren Materialen sind das charakteristische Motiv der Gemälde von Mona Ardeleanu, die in Weil am Rhein aufgewachsen und zur Schule gegangen ist und heute in Stuttgart lebt. Mit diesen sinnlich verführerischen, auf den zweiten Blick jedoch stets verwirrenden Arrangements oder "Körpern", wie die Künstlerin ihre gemalten Fantasieobjekte selbst nennt, begeistert Ardeleanu bereits seit einigen Jahren die Kunstszene.

Die Künstlerin macht sich an die Sezierung ihrer Körper. Stoffe werden aufgetrennt und die vormals dichten Web- und Knüpfstrukturen ihrer gemalten Textilien so geöffnet. Gemusterte Stoffe, Spitze, Troddeln oder Felle bilden die Elemente, aus denen Mona Ardeleanu rätselhafte Objekte erschafft. Ihre Werke ziehen den Blick des Besuchers an, der weiche Stoff vermittelt Wärme, traditionelle Muster wecken Erinnerungen an Bekanntes. Soft Crush ist so einerseits die Umschreibung einer spontanen Anziehung und gleichzeitig Ausdruck der weichen Stofflichkeit der abgebildeten Objekte. Stoffe sind für die Künstlerin Emotionsträger, sie schaffen Identität oder uniformieren. Gleichzeitig bilden sie die Grenze zwischen dem Inneren und Äußeren, bieten Schutz vor Kälte oder Blicken. Die dargestellten Muster und Formen schaffen Assoziationen zu Baldachinen, Lampions und Spitzendeckchen. Ardeleanau schöpft dabei unhierarchisch aus europäischer und asiatischer Tradition. Design und Kunsthandwerk sind für sie wichtige Inspirationsquellen. Das wird deutlich in den kunstvollen Drapierungen, Verflechtungen und Verschlingungen und in den Referenzen an handwerkliche Hilfsmittel wie Stick- oder Webrahmen.

Die Arbeiten oszillieren zwischen figurativ und abstrakt, sie sind undefinierbare Hybride, die erst auf der Leinwand als surreale Fantasieobjekte entstehen. Die Spontanität der Entstehung steht im Kontrast zur feinmalerischen Ausführung. Die Werke sind präzise komponiert und in einer geradezu altmeisterlich anmutenden Genauigkeit ausgeführt. Ardeleanu arbeitet auf der planen Oberfläche einer Leinwand, die Faltenwürfe ihrer Stoffe erzeugen jedoch die Illusion eines dreidimensionalen Raumes.

Die Illusion von objekthafter Dreidimensionalität lässt Ardeleanu dabei über die raffinierten Faltungen entstehen, die bei genauerem Hinsehen jedoch entgegen jeder Logik konstruiert sind. Die intensive Farbigkeit des kreisförmigen Zentrums des Gemäldes hebt sich von der blasseren Farbgebung der restlichen Stofffläche ab und gewinnt durch das unlogische Ausfransen in filigrane Fäden zusätzlich an Plastizität. Diese sinnliche Stofflichkeit und technische Virtuosität der Gemälde von Ardeleanu ziehen den Betrachter in ihren Bann und täuschen auf den ersten Blick über die bewusste Unstimmigkeit der Kompositionen hinweg. Ganz bewusst erzeugt Ardeleanu verschiedene Assoziationen und verführt mit ihrem akkuraten Pinselstrich und der visuellen Haptik ihrer Bilder. Indem sich die präsentierten Fantasiekörper jedoch einer eindeutigen Identifikation versagen, oszillieren Ardeleanus Kreationen auf faszinierende Weise zwischen Vertrautheit und Befremdung.

Mona Ardeleanu studierte Malerei bei Alexander Roob in Stuttgart sowie bei Daniel Richter in Wien, Franz Ackermann in Karlsruhe und Karin Kneffel in München. Ihre erste museale Einzelausstellung widmete ihr das Kunstmuseum Stuttgart bereits 2013. Mehrere Einzel- und Gruppenausstellungen in musealen Institutionen wie u.a. der Kunsthalle Nürnberg oder dem Museum Marta Herford, aber auch im Weiler Stapflehus folgten. Mona Ardeleanu ist als eine von 53 ausgewählten Künstlerpositionen in der großen Ausstellung "Jetzt! Junge Malerei in Deutschland" vertreten, die parallel im Kunstmuseum Bonn, dem Museum Wiesbaden und den Kunstsammlungen Chemnitz/Museum Grunzenhauser sowie 2020 in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen sein sollte.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Balkow, Werner (1930), Architekt und Künstler

Werner Balkow ist Architekt und war als Leiter der Hochbauabteilung der Stadt Weil am Rhein einer der prägenden Gestalter in der Stadt. Dabei hat er seine künstlerischen Talente nie vernachlässigt. Stets begleiteten ihn Stift, Papier und Chinatusche. Ob in Paris die Notre Dame, alte Bausubstanzen in Berlin oder Freiburg, vorzugsweise waren es architektonische Objekte, die der Künstler zeichnete. Seine Radierungen verraten das künstlerische Abstraktionsvermögen, das ihn von konkreten Details zu emblematischen Motiven führt.

Balkow stammt aus dem preußischen Marienburg. Er besuchte das Gymnasium, bis er 1945 mit der Familie über Danzig nach Kopenhagen fliehen musste. Vier Jahre verbrachte er in einem Lager in Dänemark. 1949 kam die Familie nach Lahr, wo der Jubilar eine Maurerlehre absolvierte. In Freiburg und Karlsruhe studierte er danach Architektur. Einige Jahre arbeitete er selbstständig im Bereich Denkmalpflege beim Hochbauamt Lahr. In dieser Zeit unterrichtete der Jubilar an der Malerfachschule.
1969 bewarb er sich um die Stelle des Stadtbaumeisters in Weil am Rhein, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1995 innehatte. Viele interessante und große Projekte hat er in dieser Zeit begleitet. Die Umsetzung der Stadtbibliothek in der ehemaligen St. Peter und Paul-Kirche, der Bau der Mehrzweckhalle, des Feuerwehrgerätehauses und der Friedhofskapelle in Ötlingen, der Bau der Einsegnungshalle mit Nebengebäuden in Weil am Rhein sowie der Sanitärtrakt des Sportzentrum im Nonnenholz gehören dazu. Auch Schulen und Kindergärten in der Stadt tragen seine Handschrift.
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege wurde das Stapflehus in Alt-Weil saniert, eine Aufgabe, deren Umsetzung sehr viel historisches Wissen forderte. Im Verwaltungsausschuss der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft und als Gebäudeschätzer im Bereich der Immobilienunternehmen der Stadt brachte sich Balkow ebenfalls ein.

Barrera, Nicolas (1919 – 2006), Ölbilder, Aquarelle

Der 1919 in Russland geborene Maler Nicolas Barrera (eigentlich Nicola Drosd) hat sich Weil am Rhein und das Dreiländereck als eine seiner wesentlichen Wirkungsstätten ausgesucht. Barrera studierte an der Kunstakademie in St. Petersburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ er sich in Südfrankreich nieder und übersiedelte später nach Weil am Rhein.

1941, zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde er als Offizier eingezogen und kam in Gefangenschaft, davon ein Jahr im deutschen Konzentrationslager bei Leipzig. 1945 gelang ihm die Flucht und er erlebte das Kriegsende als Kriegs – Korrespondent bei den Amerikanern in Frankfurt (Oder), flüchtete dann vor dem Stalin-Regime und setzte sich nach Barcelona in Spanien ab. Dort nahm er die Malerei wieder auf und richtete sich ein kleines Atelier ein. Zum ersten Mal signierte er seine Bilder mit dem spanischen Pseudonym Barrera. Offizielle Papiere hatte er zu diesem Zeitpunkt nicht.
1946 flüchtete er vor dem Franco-Regime nach Frankreich und wurde in ein russisches Sammellager für den Abtransport nach Sibirien eingewiesen. Barrera flüchtete erneut und fand Unterschlupf bei einem orthodoxen Popen, es erfolgten erste Arbeitsvermittlungen sowie die Vermittlung falscher französischer Papiere auf den Namen "Janot". Er begann erneut zu malen, und so entstanden die Marseiller Hafenbilder und seine klassischen Tanz- und Porträtbilder. Er besaß ein kleines Atelier im alten Hafen. 1949 richtete sich Barrera wegen vieler Aufträge (Werbung, Illustrationen) ein zusätzliches Atelier in Paris ein, das er bis 1954 behielt. Seine Paris-Bilder sind alle mit "Janot" signiert und zum großen Teil verschollen.
1953 erfolgte die Klärung der Namensgebung durch ein Gericht. In Russland setzte man ihn auf die Suchliste, in Frankreich bekam er unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung und offizielle Papiere. Ab diesem Zeitpunkt signierte er seine Arbeiten endgültig mit dem Pseudonym "Barrera". Er wurde in verschiedene Kunstlexika und Museen aufgenommen, erhielt verschiedene Auszeichnungen und offizielle Aufträge für französische Institutionen. Er zog 1965 in die Camargue nach Les Saintes-Maries-de-la-Mer. Es folgten Ausstellungen in Narbonne, Marseille, Paris, Avignon, Béziers, Saint Giniez (Quartier in Marseille), Les Saintes-Maries-de-la-Mer, Marignane und Fontvieille.

1976 heiratete er die Künstlerin Inken, geborene Vogt aus Dresden. Er hielt sich halbjährlich jeweils in Weil am Rhein und in Les Saintes-Maries-de-la-Mer auf. 1988–90 erfolgte eine große Druckedition von Jahreskalendern im deutschsprachigen Raum. Ausstellungen in München, Düsseldorf, Hamburg, Augsburg und im Dreiländereck Basel fanden statt. Am 11. Juni 2006 starb Nicolas Barrera in Weil am Rhein und wurde auf dem Städtischen Hauptfriedhof beigesetzt. 2007 fand eine Gedächtnis-Ausstellung im "Museum am Lindenplatz" statt.

Seine Gemälde hängen in den Museen von Narbonne, Marseille und Les Saintes-Maries-de-la-Mer. Nicolas Barrera galt in Frankreich als der Camargue-Maler und war zudem einer der gefragtesten Restauratoren für Museen und Privatsammlungen.
Viele seiner Motive stammen aus seiner unmittelbaren Lebensumgebung. So zeigen seine Bilder Carmargue-Landschaften mit Wildpferden oder französische Hafenansichten, aber auch Motive aus Weil, Haltingen und Ötlingen.
Besonders fasziniert hat den Künstler die Basler Fasnacht in ihrer Farbenpracht und Lebendigkeit, so dass er immer wieder die Akteure und Laternen in seinen Bildern festhielt. Neben Portraits und Szenen des klassischen Tanzes hat er viele Blumenstilleben gemalt, für die er besonders bekannt geworden ist.

Selbstportrait
Selbstportrait
Gemälde : Inken Drozd (gemalt von Nicolas Barrera)
Gemälde : Inken Drozd (gemalt von Nicolas Barrera)
 

Bauer, August (1828 – 1913), der „Gewitterbauer“

Gottlieb August Bauer war wie sein Freund und Zeitgenosse Friedrich Schwörer Landschafts- und Porträtmaler. Bauers Familie stammte ursprünglich aus Niefern im nördlichen Schwarzwald. Er war der Sohn des Metzgermeisters Lorenz Bauer und dessen zweiter Frau, Anna Maria Röschard.

1850 entzog er sich dem Militärdienst in der großherzoglich-badischen Armee, die nach der Meuterei von 1849 durch preußische Offiziere wieder neu aufgestellt wurde. In dieser Phase wurde ein Teil der badischen Truppen auch in Garnisonen auf preußischem Gebiet untergebracht. Bauer hielt sich eine Weile in der Schweiz auf. 1853 begann er dann in München ein Studium der Porträt- und Landschaftsmalerei, das sich mit Unterbrechungen bis 1864 hinzog. Nach seiner Rückkehr von München lebte er bis zu seinem Tode in Weil und blieb unverheiratet. Er widmete sich der Malerei und ließ sich dabei von der Münchner Schule inspirieren. Seine Porträtbilder zeigen vielfach Personen in Markgräfler Tracht und seine Landschaftsbilder sind oft geprägt von Gewitterstimmungen, was ihm auch den Beinamen „Gewitterbauer“ einbrachte.

1939 erhielt Bauer auf dem Weiler Friedhof ein Ehrengrab. Seit 1980 führt eine Straße in Weil am Rhein seinen Namen und zu seinem 100. Todestag wurde im Stapflehus gemeinsam mit Freundeskreis „August Bauer“ eine Sonderausstellung durchgeführt.

Gemälde: Selbstportrait
Gemälde: Selbstportrait
 

Baumann, Hans Theo (1924 – 2016), Designer und Künstler

(*1924 Basel, †6.8.2016 Schopfheim)

Als Hommage an Professor Hans-Theo Baumann, der als Designer und Künstler international an Berühmtheit erlangte, wurde am 11. Juli 2010 die Dauerausstellung "h.-th. baumann, kunst & design 1950-2010" feierlich in Beisein des Künstlers, von OB Dietz und Prof. Dr. Florian Hufnagel eröffnet. Hans-Theo Baumann und Prof. Hufnagel, der damalige Sammlungsdirektor der Neuen Sammlung in München, sind mittlerweile beide verstorben.

Der in Basel geborene und aus Alt-Weil stammende Hans Theo Baumann hat unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in der Waldsassener Glashütte Lambertz seine ersten Glasarbeiten gefertigt, die heute als Studioglas bezeichnet werden, einen Begriff, den es damals noch nicht gab. Bekanntheit brachten ihm seine späteren Glasentwürfe für Süssmuth, Gral, Rheinkristall oder Daum, wie auch seine Porzellanarbeiten für Rosenthal, Schönwald, Thomas, Arzberg, Tirschenreuth oder die Staatliche Porzellanmanufaktur Berlin.

Noch heute sind seine Entwürfe überall anzutreffen: in unseren Küchen, Ess- und Wohnzimmern in Form von Möbeln, Geschirr, Glas und Besteck. Die von ihm entworfenen Objekte zeichnen sich durch klare Linien und hohe Funktionalität aus. Weitgehend unbekannt geblieben ist sein futuristischer Stuhlentwurf für Vitra – ebenfalls unmittelbar nach dem Krieg – allzu schwierig waren damals noch die Produktionsverhältnisse. Aber er begründete damit den Anfang einer Reihe von Ikonen des Möbeldesigns. Deutlich vor der Gedächtniskirche in Berlin entwickelte er für Egon Eiermann, den Stararchitekten der jungen demokratisch geprägten Bundesrepublik, 1951/53 für die Matthäuskirche in Pforzheim den farbigen, mosaikartigen Glasbaustein der phänotypisch für seine Zeit werden sollte.

Zusammen mit Karl Dittert, Herbert Hirche, Günter Kupetz, Peter Raake, Rainer Schütze, Hans Erich Slany und Arno Votteler gründete er 1959 den Verband Deutscher Industrie Designer, dessen Präsident er bis 1970 ist und mit dem er das Berufsbild des Designers aufwertete. Hervorzuheben sind auch seine Arbeiten in Japan, wo er ab Anfang der 1980er Jahre mit Glas- und Porzellanfirmen zusammenarbeitet. Kurz: fast ein halbes Jahrhundert prägten die Arbeiten von Hans-Theo Baumann deutsches Design. Heute gelten viele als Design-Klassiker und sind weltweit anzutreffen. Nicht zu vergessen sei, dass eine im Jahr 2016 herausgebrachte Briefmarke von ihm entworfene Glasgefäße aus dem Jahre 1961/62 abbildet, die in der Münchner Neuen Sammlung ausgestellt sind. Das Kulturamt der Stadt hatte zu diesem Ereignis eine eigene von der Post anerkannte Briefmarke herausgebracht, die auch das Museum am Lindenplatz zeigt.

Hans Theo Baumann studierte nach einer Textiltechnikerlehre von 1943 bis 1946 Kunst, Bildhauerei und Malerei an der Akademie für bildende Künste in Dresden sowie Grafik und Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule in Basel. 1953 arbeitete Baumann mit Egon Eiermann im Bereich des Industriedesigns, aber auch der angewandten Kunst an öffentlichen Gebäuden im In- und Ausland zusammen. 1954 begann Baumann als freier Mitarbeiter für die Firma Rosenthal (bis 1970 u.a. Entwürfe aus Porzellan und Glas für die «Studio-Line», darunter Dekore, Bestecke und das Teeservice «Berlin», 1961 - mit zylindrischen Formen; Dekor mit Texten und Bildmotiven von Bele Bachem).

1955 gründete er ein eigenes Werkstudio und entwarf u.a. Services und Geschenkartikel für die Königlich Preußische Porzellan-Manufaktur, Berlin. Von 1951 bis 1961 war Baumann Präsident des von ihm mit gegründeten Deutschen Design-Verbandes (VDID). 1970 wurde er an das National Institute of Design im indischen Ahmredabad berufen und begann seine Zusammenarbeit mit den Porzellanfabriken Schönwald und Arzberg. 1977 fertigte er Entwürfe für die Firma Süssmuth und entwickelte die in Freihandarbeit entstandene Glaskollektion «Iquasu», die den Beginn mit der Karlsruher Majolikamanufaktur einleitete. Seit 1983 ist Baumann Dozent an der Hochschule für bildende Künste in Berlin, seit 1985 Honorarprofessor.

Für Arzberg schuf Baumann u.a. die Services «3000» (1970), «Donau» (1973), «Turku» (1973), «Brasilia» (1975) und «Delta» (1977) sowie Vasen, Dosen, Leuchter, Schalen und einen Fischset.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Bessel, Volker (1941), Objektkünstler, Malerei, Skulpturen

Im Jahr 2005 hat Volker Bessel ein Atelier im Kesselhaus bezogen. Der gebürtige Niedersachse aus Peine hatte zunächst eine handwerkliche Lehre als Möbelschreiner in Hildesheim absolviert und dann 1962 ein Studium an der späteren Hochschule für Kommunikations-Gestaltung in Hildesheim. 1969 zog er nach Riehen um und intensivierte 1975 seine künstlerische Tätigkeit als Zeichner, Maler sowie bei „Kunst am Bau“ in Basel. 1982 war er Mitbegründer der freien Künstlergruppe PRISMA in Basel. Zahlreiche Ausstellungen in der Region bis zum Bodensee und die Teilnahme an den Projekten von „Kultur am Schlipf“ (Weil am Rhein/Riehen) folgten seither, auch Einzelausstellungen in der Schweiz, in der Ötlinger Galerie Hanemann oder Gruppenausstellungen mit anderen Kesselhaus-Künstlern.

In den letzten Jahren haben sich zwei Strömungen seiner künstlerischen Arbeit herauskristallisiert. Die erste greift auf frühere Natur- und Architekturstudien zurück. Er nennt die Transformationen von vegetativer und geplanter Form „Vegetations- und Archivisionsbilder“, in denen Landschaft und Architektur auf ihre Urbestandteile reduziert werden.
Daneben hat er „Flying Objects“ entwickelt. Thema sind die unzähligen Objekte, die die Erde als Weltraumschrott umkreisen. Er findet poetische und spielerische Deutungen in der Unabwägbarkeit der Schicksale von Objekten und uns. Noch einen Schritt weiter führen seine „Kosmos-Bilder“, in denen er die Planeten thematisiert. Mit Verweisen auf die römische Antike. Und poetisch-humoristische Spielformen.

Foto: G. Höll
Foto: G. Höll
 

Bombsch, Reinhard (1955), Bildhauer

Reinhard Bombsch ist gebürtiger „Weiler“ und wohnt in Efringen-Kirchen. Er besuchte zunächst die Schule für Gestaltung in Basel um dann anschließend an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim Bildhauerei, Malerei und Zeichnung zu studieren, u.a. bei Jürgen Brodwolf. Von 1976 bis 1982 studierte er an der Staatlichen Kunstakademie in Stuttgart Bildhauerei und Zeichnung bei Alfred Hrdlicka und Karl-Henning Seemann. Es folgten zahlreiche Ausstellungen, in der Hochschule der Künste in Berlin, im Mannheimer Kunstverein, und besonders hier in der Region waren und sind zahlreiche Arbeiten von ihm zu sehen, so z.B. bei Ausstellungen im Weiler Kunstverein, in der Martinskirche in Müllheim, im Großherzoglichen Palais in Badenweiler, in der Galerie Robert Keller in Kandern, in der Villa Aichele in Lörrach und zur Regionale in Basel. Er hat zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum realisiert, u.a. das KZ Denkmal „Lager Heuberg“ in Stetten am kalten Markt, oder, hier in der Nähe, die Skulptur „Dreispitz“ in Binzen, die 2001 eröffnet wurde. Es sind vor allem die Bildhauerei und die Zeichnung, denen sich Reinhard Bombsch in seinem künstlerischen Schaffen widmet.
Besonders sein Lehrer Alfred Hrdlicka, einer der bedeutendsten österreichischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts, hat Reinhard Bombsch nachhaltig beeinflusst. Entgegen der Tendenz zur immer stärkeren Abstraktion, blieb Hrdlicka zeitlebens dem Realismus verpflichtet und entwickelte seinen eigenen, figurativ-expressiven Stil.

Auch die Arbeiten von Reinhard Bombsch, seine Zeichnungen, aber auch seine bildhauerischen Werke, können vorwiegend als figurativ-expressiv beschrieben werden. In seinen Arbeiten sucht er nach der Essenz des menschlichen Körpers und seinen Teilen und widmet sich der grundlegenden, bildhauerischen Frage von Innen und Außen, von Hülle und Innenleben.

Quelle: Felizitas Diering

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Bowien, Erwin Johannes (1899 – 1972), der „Meister mit dem Pastellstift“

Erwin Bowien gehört zu den wichtigsten Kunstmalern in der Geschichte der Stadt. Zahlreiche Pastell- und Ölgemälde zeigen Motive aus der Stadt und der Region. Erwin Bowien wurde als Sohn des Bauingenieurs und späteren kaufmännischen Direktors des Rheinhafens Erich Bowien und seiner Frau Anna-Maria geboren Er wuchs in Berlin und Neuchâtel auf und verbrachte ein Jahr als Dolmetscher im 1. Weltkrieg an der französischen Front. Dabei entstanden bereits zahlreiche Skizzen. Schon 1917 Jahren zeigte er in Neuchâtel seine erste Ausstellung mit etwa dreißig Bildern in Öl und Aquarell. Der Erfolg bestärkte Bowien darin, Maler zu werden. 1919, nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg, nahm er 1920 und 1921 das Studium an der staatlichen Kunstakademie in München auf. Als weitere Stationen seiner Ausbildung folgten die Kunstakademien in Dresden und Berlin. In Berlin bildete sich Bowien als Zeichen- und Werklehrer weiter. 1925 erhielt er seine erste Anstellung als Zeichenlehrer in Solingen. Einer seiner Zeichenschüler war der spätere Bundespräsident Walter Scheel. Bowien malte und zeichnete Motive aus dem Industrie-Milieu, Familienbildnisse, Wupperlandschaften und Solinger Stadtansichten.
Als er die Anstellung 1931 verlor, musste er seinen Lebensunterhalt als Maler bestreiten. Er verließ Deutschland. Das rastlose Leben des Malers begann. 1932 landete er als freier Künstler in Nordholland in Egmond aan den Hoef im Hause des Philosophen René Descartes. Er malte die See, Dünen, Bauern und Stadtansichten. Die Gemeinde Egmond beauftragte ihn anlässlich der Geburt von Prinzessin Beatrix mit Porträts der gleichzeitig in Egmond geborenen Kinder. Vor dem Militärdienst floh er nach Solingen, wo er wieder Stadtansichten malte, die zu den schönsten vor den Zerstörungen des Kriegs gehören sollen. In Augsburg wurden seine Bilder in einer Galerie beschlagnahmt. Er flüchtete ins Allgäu.

Mit dem Buch „Fluchtpunkt Allgäu, Faszination Adelegg“ hat Rudi Holzberger diese Etappe einer ungewöhnlichen Biografie mit Texten und Bildern von Erwin Bowien beleuchtet. Adelegg und Kreuzthal: Das dunkle Herz des Allgäus, ein Ende der Welt. Eine wilde Landschaft, ein einsames Bergdorf mitten im wuchernden Wald. Die ungewöhnlichste Geschichte aber hat der Kunstmaler Erwin Bowien in den Kriegsjahren geschrieben. Hier hat er sich hinter den sieben Bergen vor den Nazis versteckt, hat für Butter und Brot die Landschaft und das Dorf gemalt und heimlich Tagebuch geführt. Ein ungeheurer Alltag tut sich auf – in knappen Notizen skizziert. Faszination Adelegg: Rudi Holzberger machte sich mit dem Künstler Bowien auf die Suche nach einer verlorenen Zeit.
Nach Kriegsende kehrte Erwin Bowien nach Solingen zurück, wo er ab 1950 lebte, abwechselnd mit seinem Heimatort Weil am Rhein. Auch unternahm er weitere Malreisen, innerhalb Deutschlands, in die Schweiz, nach Südschweden, Norwegen (dort auch Erwerb der Hütte „Bettina-Bo“ auf der Insel Alsten), Paris, Algerien, Finnland, Südfrankreich. Am 28. Juli 1970 heiratete er Inken Strohmeyer, geborene Vogt. Am 3. Dezember 1972 starb Erwin Bowien in Weil am Rhein, wo er auch begraben wurde. Seine Grabstätte blieb als Ehrengrab der Stadt Weil am Rhein erhalten. 

2013 und 2014 widmete das Museum am Lindenplatz dem „Meister mit dem Pastellstift“ eine biographische Ausstellung mit dem Titel "Zwischen Geist und Welt". Die Ausstellung zeigte Werke, die Orte seines Wirkens dokumentierten. Dazu zählen Ansichten der Stadt Weil am Rhein, der Weiler Rheinhafen und weitläufige Aussichten vom Tüllinger in die Rheinebene, genauso wie holländische Dünenbilder, die raue skandinavische Natur, Münster- und Dombilder von Freiburg, Speyer und Worms und impressionistische Stadtansichten von Paris.
Bowien war nicht nur ein wissensdurstiger Leser, sondern auch Schriftsteller. Er hat mehrere Novellen und kleine Gedichte verfasst, er schrieb Tagebuch und am Lebensende seine Autobiografie. Er hat mit seinen Schriften und Tagebucheinträgen ein umfangreiches schriftstellerisches Oeuvre hinterlassen. Bis auf sein in französischer Sprache verfasstes Kriegstagebuch „Les Heures perdues du Matin“, – welches im renommierten französischen Verlag L´Harmattan erschienen ist, und seiner Autobiographie, die von seiner Meisterschülerin – Bettina Heinen-Ayech – mit Unterstützung des Freundeskreis Erwin Bowien e.V. herausgegeben wurden, sind bisher nur einige Essays und Kurzgeschichten in den „Mitteilungen des Freundeskreises Erwin Bowien e.V.“ erschienen. Seine Biographie und sein malerisches Werk wurden durch mehrere Publikationen gewürdigt.
In der Nachkriegszeit prägte Bowien nachdrücklich die Geschichte der Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“ in Solingen. 1945 zog er - als erster Maler der sogenannten „Künstlerkolonie“ dort ein. Das Haus mit dem kleinen Atelier nebenan, dem sogenannten „Roten Haus“, wurde fortan bis zur Mitte der 60er Jahre sein festes Domizil, von dem er aus das gesamte Bergische Land erwanderte und auf Leinwand bannte. Erst danach teilte Erwin Bowien sein Leben zwischen Solingen und Weil am Rhein auf; unzählige Reisen durch Deutschland mit dem Schaffensschwerpunkt: Darstellung des Rheinstromes von der Quelle bis zur Mündung unter besonderer Berücksichtigung der großen rheinischen Kathedralen. Als ständig Reisender unternahm er aber auch ausgedehnte Reisen in die Schweiz und nach Norwegen.
Er entdecke das Talent seiner kleinen Mitbewohnerin, der Tochter des Hauses - Bettina Heinen-Ayech (1937-2020) - welche er ab 1950 systematisch zur Künstlerin ausbildete. Ab 1955 kam der Hamburger Künstler Amud Uwe Millies (1932-2008) hinzu und bezog als dritter und letzter Maler den Ort. Die Künstlerin Bettina Heinen-Ayech verblieb als letzte - bis zu Ihrem Tode - in den Häusern, wo sie – im Wechsel zu Ihrem weiteren Wohnort im algerischen Guelma - ihr deutsches Atelier betrieb.
Am 20. Oktober 1976 wurde im Deutschen Klingenmuseum in Solingen der Freundeskreis Erwin Bowien e.V. gegründet.

Gemälde: Selbstportrait
Gemälde: Selbstportrait
 

Bäbler, Hansueli (1958 – 2011), Konzeptueller Natur-Künstler

Er ließ Gras zu Skulpturen heranwachsen und verführte Ameisen zum bildnerischen Formationstanz: der Kunst-Kosmos des 2011 verstorbenen Basler Künstlers Hansueli (Hani) Bäbler führte zu zwei Stipendien der „Internationalen Austausch-Ateliers“ für jeweils ein halbes Jahr in Australien. Im Kesselhaus fand der Basler Künstler einen Ort, um seine Natur-Kunstwerke in Ruhe entwickeln zu können: flauschige Grasstränge, die sich zu feingliedrigen Konstrukten formen, das Porträt der niederländischen Königsfamilie als Fotosynthese-Schnappschuss auf Laub gebannt, Orangenschalen, die zu filigranen Ornamenten angeordnet sind, oder Ameisenvölker, die sich zu bewegten Zeichnungen gruppieren. Mit einer immensen schöpferischen Phantasie und annähernd wissenschaftlicher Akribie schuf Hani Bäbler Werke und Werkgruppen, die jenseits der Grenzen etablierter Werk- und Gattungsbegriffe faszinierende und verblüffende Kunsterlebnisse vermittelten.

Hani Bäbler wurde am 9. Februar 1958 in Turgi im Kanton Aargau geboren. Nach dem Vorkurs an der Kunstgewerbeschule Zürich führte ihn das Studium an der Bildhauerklasse der Basler Kunstgewerbeschule nach Basel, wo er – abgesehen von zahlreichen Reisen – bis zu seinem überraschenden Tod am 30. Mai 2011 blieb, aber in Friedlingen sein Atelier unterhielt. Bäbler nutzte als Künstler die unterschiedlichsten Techniken und früh auch die Neuen Medien. Bereits Anfang der 1980er-Jahre arbeitete er auf originelle und innovative Weise mit Fotografie, Fotokopie, Film und Video.

Sein intensives Interesse an der Verbildlichung der Natur regte ihn später zu überraschenden Arbeiten mit Pflanzen und Tieren an: So ließ er als verschmitzter Kunstgärtner und künstlerischer Naturwissenschaftler unter andere Skulpturen aus Gras und Reliefs aus Wurzeln heranwachsen, entwickelte er Prozesse, Pflanzen und Algen als Träger von fotografischen Abzügen zu nutzen, und verführte er Ameisen dazu, sich zu figurativen Bildern zu formieren. Hani Bäblers Engagement fokussierte sich Zeit seines Lebens vor allem auf seine künstlerische Arbeit. An der Vermarktung seines Œuvres zeigte er indes wenig Interesse – mit der Folge, dass es in einer breiten Öffentlichkeit wenig wahrgenommen wurde. In der Kunstszene aber fand Bäblers Schaffen eine hohe Wertschätzung. Nach seinem Tod bildete sich der Verein «Künstlerischer Nachlass Hani Bäbler», dem auch namhafte KünstlerInnen angehören.

Foto: Veronika von Mutzenbecher
Foto: Veronika von Mutzenbecher
 

Clauss, Emilie (1911 – 1987), Bildhauerin

Künstlerische Arbeiten der Bildhauerin Emilie Clauss findet man vor allem im Zusammenhang mit Schulgebäuden. Die Skulptur „Lehrer – Schüler“ beim Kant-Gymnasium wurde im Jahr 1970 im Auftrag der Stadt Weil am Rhein aus Lohndorfer Basalt Lava gefertigt. Sie ist aber nur eine von gleich mehreren Werken in der Grenzstadt. Das älteste öffentliche Clauss-Werk in Weil ist die Blumenschale mit vier Reliefs aus dem Jahr 1953, die vor dem Haupteingang des Weiler Friedhofs steht. Das Relief „Quell der Erkenntnis“ (1955) findet sich an der Außenfront der Karl-Tschamber-Schule. Im Jahr 1959 gefertigt wurde der Gedenkstein „Wir sind des Herrn“, das zum Gedenken an die Weiler Opfer des Zugunglücks Markdorf im Dezember 1939 entstand und sich am Weiler Friedhof befindet. Der Taufstein mit drei Reliefs (1964) ist Teil der evangelischen Friedenskirche in Friedlingen, Ein Jahr nach der Lehrer-Schüler-Skulptur war das Elterngrabmal „Orpheus & Eurydike“ an der Reihe, zu finden am Weiler Friedhof. „Jesu Taufe im Jordan“ stammt aus dem Jahr 1972 und ist in der evangelischen Johanneskirche zu sehen. Die Künstlerin lebte seit 1927 in Weil am Rhein und ab 1942 in Friedlingen. Neben den in Weil sichtbaren neun Arbeiten der Künstlerin engagierte sie sich als Kommunalpolitikerin und ab 1980 als Stadträtin der Grünen.

Der 1911 in Landau geborenen Bildhauerin und Politikerin Emilie Clauss bedeutete Kunst alles. „Sie war introvertiert, andererseits herzlich, immer engagiert und mit einer gehörigen Portion pfälzischem Mutterwitz gesegnet“, schrieb Monika Merstetter im Jahr 2003 anlässlich des 16. Todestages von Clauss.
Mit 16 Jahren kam sie nach Weil am Rhein, es folgten eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester, und ein Studium an der Gewerbeschule Basel, später in München. Im Jahr 1942 nach Friedlingen zurückgekehrt, richtete sie dort ein Atelier ein, in dem hauptsächlich Skulpturen sowie Reliefs aus Sandstein und Betonguss entstanden, die den Menschen in seinen verschiedenen Erscheinungsformen darstellen. Ab den 1950er-Jahren folgten auch verstärkt öffentliche Aufträge. Doch sie war auch weit über die Grenzen hinaus bekannt – unter anderem durch Ausstellungen in Paris und Monte Carlo.
Die engagierte und mit einem starken Gerechtigkeitssinn ausgestattete Bildhauerin verstarb am 11. Juli 1987 im Alter von 76 Jahren. Eine eigene Ausstellung kam in ihrem Heimatort erst ein halbes Jahr danach zustande.

Foto: Skulptur "Dialog" (zbV)
Foto: Skulptur "Dialog" (zbV)
 

Cleis, Martin (1946), Kunst & Grafik

Geboren 1946 in Basel, aufgewachsen in Sissach/BL im oberen Baselbiet, im selben Dorf, wo sein Urgrossvater Andreas Cleis aus Schopfheim im Wiesental als Kupferschmiedgeselle auf der Walz vor mehr als 140 Jahren eine neue Heimat fand.
1966-1970 studiert Cleis an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel, schliesst mit einem Diplom als Kunsterzieher ab und unterrichtet, zuletzt (1972/73) am Lehrerseminar Aarau. Im Herbst 1973 wird der Drang zu eigenschöpferischer Tätigkeit für ihn so stark, dass er seine Topstelle aufgibt und sich entscheidet fortan freiberuflich zu arbeiten. Diesem Entscheid blieb er bis heute treu.

Sein Freund, der Architekt Hans Peter Baur (1922-2017), schrieb für eine Publikation der Schweizerischen St. Lukasgesellschaft 1991 folgendes:

Beim Maler Martin Cleis haben Leben und Wirken einen Identitätsgrad erreicht, der in der konkreten Anwendung oft seinen Horizont zu überspringen scheint. Er strebt nach Zielen, die ihm vorerst unbekannt sind.
Die Anfänge im akademischen Umfeld werden in den 70er Jahren durch eine intensive Periode des Experimentierens mit einfachen Formen abgelöst. Die Erkenntnis, dass die Quelle aller Kreativität im Kindesalter seinen Ursprung hat, führt bei Martin Cleis zu einem eruptiven Ausstoss von Kritzelzeichnungen, Gouachen und Collagen: «Höhlenzeichnungen», z.B. oder zur Serie «Siena gebrannt» und vielem mehr.
Auf der Suche nach elementaren Zeichensymbolen entstehen eine Art allegorische Darstellungen. Seine Werke, werden auf weniges reduziert und dann in freiester Form intensiv ausgebaut. Es reihen sich Phasen an Phasen, die sich folgerichtig zu einer Vielfalt verdichten.[…]
Ein unstillbarer Hunger und ein neugieriges Suchen nach dem Unbekannten schimmern in seinem Oeuvre überall durch, und er fürchtet nicht, sich in diesem Streben zu verlieren. Er denkt und arbeitet in Serien, so dass eine Form zur nächsten überleiten kann. Das Prozesshafte auszudrücken, ist ihm wichtig. Das Suchen nach geistigen Werten, die subjektiv empfunden sein können, kennzeichnet vordergründig das Oeuvre von Martin Cleis. Die Bilder verlangen vom Betrachter viel.
Nur scheinbar auf einem anderen Blatt steht sein Bedürfnis nach Kommunikation, sein Verlangen, eigene Erfahrungen anderen mitzugeben, sie zu teilen und auszutauschen. Darüberhinaus hat er die Fähigkeit, andere zu begeistern und sie miteinzubeziehen zu Vorhaben, die auch sein eigenes Opus zu überspielen vermögen, und dadurch seine Grundhaltung - die das Objektive anstrebt – zum Ausdruck bringen*.

* Die verschiedenen Installationen unter dem Titiel [ :die Baustelle] z.B. 2000 im Burghof Lörrach, 2004 in der Galerie Mazzara Riehen/BS, 2005 im Kunsthaus Baselland, 2006 in der Städt. Galerie Werkstatt, Reinach/BL, 2007 im Kunstverein Viernheim, 2015 in der Kunsthalle Wil/SG Schweiz und 2021 in der Städt. Galerie Stapflehus in Weil am Rhein) sind Beispiele solch befruchtender Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden.

Nicht von ungefähr entstand so ein weit gespanntes Geflecht von Beziehungen in andere Welten und Kulturen. Es ermöglichte in hohem Masse, dass er Zugang fand zu Ausstellungen um den ganzen Erdball: Basel, Frankfurt, Barcelona, Madrid, Lissabon, Houston, Tucson, Recife, Maçeió, Buenos Aires, Tokyo, Sapporo, Taipei, Jyväskylä, Zürich usw.

Die vielfältigen und weltweiten Aktivitäten stehen oft in Widerspruch zur Enge seiner damaligen Wirkungsstätte in Basel. Sie drängen ihn Ende der 80er Jahre ein Experiment einzugehen und eine Initiative zu ergreifen, die es in der Schweiz bisher noch nicht gegeben hat: er gestaltet und baut zusammen mit Gleichgesinnten und ohne staatliche Hilfe in Arlesheim ein Künstlerhaus mit 8 Studios, welche Arbeits- und Wohngemeinschaft in offener Weise verknüpfen und zugleich vielfältige Aktivitäten ermöglichen. Dieses Vorhaben widerspiegelt die Geisteshaltung von Martin Cleis, in der sich Gemeinschaft mit kulturellen Werten harmonisch verbinden kann.

2016 bricht Cleis in Arlesheim die Zelte ab und richtet sich Mitte Jahr in Weil am Rhein - auf den Spuren seiner Markgräfler Vorfahren - ein neues Atelier ein.

Cleis Werke befinden sich in verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen in der Schweiz und im Ausland.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Csapo, Ildiko (1954), Objektkünstlerin, Malerin

Rot, Blau, Gelb und Schwarz sind die Farben, in denen sich filigrane Objekte aus PVC-Röhrchen über Draht an die Wände schmiegen, sich – teils mehrere Meter lang – um die Ecke in die Tiefe einer Fensternische biegen oder einfach im Raum hängen. Der Großteil dieser in der Produzentengalerie präsentierten Objekte entstand erst heuer, extra für diese Räumlichkeiten. Geschaffen hat sie die seit 30 Jahren in Basel lebende IIdiko Csapo (geboren 1954 in Temeswar/Rumänien).

Den Ausgangspunkt für diese Installation bildet das arabische Ornament der „Arabeske“, eine stilisierte Pflanzenranke, die als unabgeschlossene Form immer weiterwächst, ließ Verena Schönhofer bei der Eröffnung der Ausstellung „Ornament - Installation“ am Samstag wissen.
„So wie in der Natur durch Wiederholung einfacher Prozesse komplexe Muster enstehen, formt Ildiko Csapo, aus unzähligen Einzelelementen der immer gleichen geometrischen Grundform, dem Oktogon, ihre Werke“, so Schönhofer.
Seit zehn Jahren beschäftigt sich die Künstlerin, die Bildende Kunst, Philosophie und Kunstgeschichte studiert hat, mit dem Achteck.

Ausgehend von Zeichnungen und Faltungen aus Papier, gelangte sie über Holz schließlich 2009 zu den farbigen Strohalmen als Werkstoff, aus dem sie in der Kombination mit Iloxdraht flexible und dennoch stabile Gebilde schafft.
Kanten und Verbindungen bleiben stets sichtbar.
Nachdem man sich eingesehen hat, entdeckt man das Oktogon in alle Richtungen gedreht. Ergänzend zu den Objekten zeigt Csapo zweidimensionale Arbeiten wie beispielsweise Tuschezeichnungen oder mit Klebeband und Filzstift bezeichnete Tapeten, in deren Labyrinthen man sich verlieren kann.
„Folgt man Ildiko Csapo bei dem Spiel mit der Form, kann man sich in all ihre Arbeiten meditativ versenken“, so die Aufforderung Schönhofers an die Vernissage-Gäste.
Quelle: BZ (Georgine Fisch)

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Daur, Hermann (1870-1925), zwischen Friesland und Ötlingen

Das Werk des in Lörrach geborenen und in Ötlingen gestorbenen Künstlers Hermann Daur umfasst eine große Anzahl an Gemälden, Zeichnungen und Skizzen. Der Maler lebte ab 1906 in Ötlingen und porträtierte in hunderten von Bildern und Zeichnungen seine Heimat. Hermann Daur bietet mit seinen Bildern einen Blick auf die Region, wie sie vor rund 100 Jahren aussah.
Hermann Daur wurde am 21. Februar 1870 in Lörrach-Stetten geboren. Sein Vater, der als Farbentechniker in der Stoffdruckfabrik Koechlin, Baumgartner & Cie arbeitete, starb, als er 15 Jahre alt war. Bereits in jungen Jahren zeigte sich Hermann Daurs großes zeichnerisches Talent. Doch nach dem frühen Tod des Vaters konnte die Mutter keine umfassende Kunstausbildung ihres begabten Sohnes finanzieren. So schickte sie den 15-Jährigen nach Basel in die Zeichenschule, um ihn als Zeichenlehrer ausbilden zu lassen. Nach sieben Monaten wechselte er nach Karlsruhe an die Kunstgewerbeschule und nahm Unterricht bei Franz Sales Meyer und seinem ebenfalls aus Lörrach stammenden Vetter Max Laeuger. Mit 18 trat Daur eine Assistentenstelle an der Uhrmacherschule in Furtwangen an, wo er nach altem Brauch Uhrenschilder bemalte. Dort begann er auch erste Landschaften zu malen. Mit 21 Jahren nahm Daur ein Studium an der Kunsthochschule in Karlsruhe auf. Mehr als zehn Jahre studierte er an der Karlsruher Akademie, unterbrochen von Reisen, in denen er seine Malkunst vertiefte. In dieser Zeit besuchte er auch regelmäßig die Künstlerkolonie Dachau, wo er sich ganz der Landschaftsmalerei widmete. Seine Reisen führten ihn außerdem nach Antwerpen, Brügge und Paris.
Sein Professor in Karlsruhe, Carlos Grethe, empfahl Daur einen Aufenthalt an der Nordseeküste, damit er dort lerne, Weite und Größe von Landschaften festzuhalten. Bei diesem Studienaufenthalt begegnete er im Fischerdorf Duhnen seiner späteren Frau Margarete Boldt, mit der er nach seiner Eheschließung im Jahr 1906 nach Ötlingen zog, wo er bis zu seinem Tod 1925 lebte.

Hermann Daur gilt als der erste Maler, der die Landschaft des Markgräflerlandes für die Kunst entdeckt hat. Er zeichnete und malte Motive aus dem Markgräflerland, Hügel, Täler und Dörfer der Region sowie den Blick ins Wiesental und den Rheingraben. Schon im Jahr 1899 brachte er eine Serie von Künstlerpostkarten mit beliebten Ortsansichten unter anderem von Lörrach, Haltingen, Inzlingen oder Rötteln heraus.

Landschaften zeichnete er auch schon, bevor er sich in Ötlingen niederließ: bei zahlreichen Aufenthalten in Duhnen hielt er die friesische Landschaft im Bild fest, im Engadin malte er Berglandschaften. Aber auch Portraits, unter anderem von seiner Frau, zählen zu den Werken Daurs. Später konzentrierte er sich auf seine Heimat im Markgräflerland und zeichnete und malte unermüdlich Motive aus der Umgebung: Ötlingen, Rötteln, Tüllinger und den Blauen aus verschiedenen Richtungen. Seine Sehweise war vom Jugendstil geprägt und vermittelt in seiner oft gedämpften monochromen Farbigkeit eine besondere Stimmung.

Drozd, Inken (1937), Ölgemälde, Unterglasurmalerie auf Kacheln

Seit 1967 lebt die in Dresden geborene Künstlerin Inken Drozd in Weil am Rhein. Mit ihrer Familie flüchtete sie 1945 nach Schleswig-Holstein. Die 20jährige legte in Hamburg die fachgebundene Hochschulreife ab und begann eine Ausbildung zur Innenarchitektin an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, die sie 1961 mit dem Examen abschloss.
Die ersten Berufsjahre waren geprägt von der Mitarbeit an Fachzeitschriften, der Gestaltung von Schiffseinrichtungen oder Studentenwohnheim und vielen anderen Projekten. 1963 zog sie um nach Freiburg im Breisgau. 1965 studierte sie ein Jahr lang Malerei bei Prof. Peter Dreher. Und zwischen 67 und 68 erfolgte dann eine pädagogische Ausbildung zur Werk - und Zeichenlehrerin für den staatlichen Schuldienst.

Ihre erste Lehreranstellung führte zum Umzug nach Weil am Rhein; sie unterrichtete an der Realschule Lörrach bis 1975. Im Jahr darauf heiratete sie den russisch-französischen Maler Nicolas Barrera und bezog mit ihm ein Haus in der Bühlstraße. Das Künstlerpaar verbrachte das Sommerhalbjahr in Weil am Rhein und das Winterhalbjahr in ihrer Cabane in Saintes Maries de la Mer (Camargue).

Im Atelier ihres Ehemanns erlernte sie die Restaurierung alter Gemälde und den "sensiblen" Umgang mit Ölfarben. Und die Spezialisierung auf die Unterglasurmalerei auf Kacheln. Einige kleinformatige Kacheln mit Fasnachts-Sujets sind auch von der Stadt angekauft worden. Aber es gab auch Aufträge für großflächige Wandmalereien.
Gerne beteiligte sich Inken Drozd an Ausstellungen, seltener zeigte sie Einzelausstellungen. Seit 2oo6 beschäftigt sie sich intensiv mit dem künstlerischen Nachlass von Barrera, was auch zu einer Sonderausstellung im Museum am Lindenplatz führte. In dieser Zeit entstanden auch einige Ölbilder.

Gemälde: zbV
Gemälde: zbV
 

Dziezewska, Ania (1975), Malerin

Seit 2008 lebt die polnische Künstlerin Ania Dziezewska mit ihrem Ehemann Volker Scheurer im Kunstraum Kieswerk. Sie ist in Danzig aufgewachsen und studierte dort Malerei an der Akademie der Schönen Künste. 2001 bestand sie ihr Diplom bei Professor Hugon Lasecki ab.

Ania Dziezewska findet im Kieswerk Raum und Inspiration für ihre großformatigen Leinwand-Arbeiten mit mehrschichtigen Ölbildern, bei denen sie sich gerne durch die Natur inspirieren lässt. Gerne experimentiert sie dabei mit unterschiedlichen Chemikalien und Farbstoffen, um eine eigene Technik zu entwickeln. Ihr Hauptthema bei allen Serien ist das Verhältnis zwischen den Farben und der Illusion des Raumes.
Seit 1998 stelt die 1975 geborene Künstlerin zunächst in mehreren Galerien der „Dreistadt“ aus, zu der Danzig und das Seebad Sopot gehören. Seit ihrem Umzug nach Weil am Rhein gehören auch viele Galerien in Deutschland und der Schweiz zu ihrem Portefolio.

In ihrer Haus-Galerie „Kunstraum Kieswerk“ ist eine ständige Ausstellung zu sehen, Arbeiten wurden aber in der Galerie Villa Basel, im Art Space Züich, dem Haus der Modernen Kunst in Staufen, der Galerie Mark Roland Fuchs in Schopfheim oder im Kunstraum Berlin des Ehepaares (Friedenau, Hauptstraße 77/Stierstraße 22), bei der „International Art Biennale“ in Izmir, bei den Offenen Ateliers in Lörrach, der Galerie „Red Corridor“ in Fulda oder der Galerie Shina-Jina Houmura im japanischen Sapporo oder in der Galerie Guild in Tokio gezeigt.

Foto: zbV (Kieswerk)
 

Elsner, Karlfrieder (1925 – 2014), Maler, Kolumnist, Texter

Er war ein Mann mit vielfältigen Talenten und schier unerschöpflicher Kreativität, ein Mann voller Tatendrang bis ins hohe Alter, und er war eine markante Persönlichkeit: Dr. Karlfrieder Elsner, der in Efringen-Kirchen geboren wurde, dort aufwuchs und vor allem in der Jugendzeit oft bei der verwandten Familie Streich im Eimeldinger „Löwen“ anzutreffen war, lebte seit 1954 in Weil am Rhein. Hier führte er rund 30 Jahre lang bis 1989 eine Zahnarztpraxis.

35 Jahre lang war Karlfrieder Elsner nicht nur Maler, sondern auch heiterer Chronist der Weiler Zeitung, indem er mit seiner wöchentlichen Mundartkolumne „Guckehuus“ unter dem Pseudonym „Öbber vo Neume“ mit Wortwitz und sprachlichem Feingefühl für die alemannische Mundart Themen des Alltags aufspießte.
Seinen Esprit , seinen hintergründigen Humor, seinen Mutterwitz und seine sprühenden Ideen hat auch die Weiler Narrenzunft stets zu schätzen gewusst. Karlfrieder Elsner, mit Land und Leuten verbunden und mit der Landschaft zwischen Reben und Rhein verwurzelt, war über 50 Jahre Mentor, Texter und Akteur auf der Narrenbühne, zum Beispiel am 11.11. als Dirigent der Losig-Singers oder bei der Rotssuppe am Rosenmontag im „Lachefass“. Sein Rat und seine Tat waren auch hier gefragt.

„Ein leeres Blatt Papier ist wie ein offenes Klavier“, hatte Karlfrieder Elsner einmal gesagt. Dieses Zitat drückt trefflich weitere Leidenschaften des kreativen Mann aus: das Malen, Zeichnen, Dichten und die Musik.
15 Jahre hatte er neben seinem Beruf Abendkurse an der Kunstgewerbeschule Basel belegt. Aus Passion malte Karlfrieder Elsner Aquarelle, bevorzugt mit Motiven seiner geliebten Markgräfler Landschaft. Die Musik lag ihm ebenso. Sein Studium der Zahnmedizin in Freiburg finanzierte sich Karlfrieder Elsner als Mitglied einer Tanzband. Und bis zuletzt hatte er sich daheim noch fast täglich ans Klavier gesetzt oder sein Akkordeon in die Hand genommen.

Quelle: Weiler Zeitung, 7.1.2014, Nachruf von Siegfried Feuchter
Publikation „Kunst in Weil am Rhein“, Museum am Lindenplatz

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Fahrnländer, Beate (1965), Malerin, Grafikerin

Beate Fahrnländer wurde 1965 in Leipzig geboren, wo sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst schon als Jugendliche erste Erfahrungen mit Malerei und Grafik machte.
Nach ihrer Ausreise aus der DDR im Jahr 1988 wohnte und arbeitete sie in Berlin. In Berlin (UdK Berlin) und Paris (Penninghen) studierte sie Grafikdesign mit Schwerpunkt Illustration.

Seit 1996 als Künstlerin und Illustratorin tätig (in Berlin, San Francisco, seit 2000 in Lörrach)
Nach einem vierjährigen Aufenthalt in den USA lebt sie heute mit ihrer Familie in Lörrach.
Beate Fahrnländer arbeitet freiberuflich für verschiedene Verlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch für die Werbung.

Seit 2009 leitet Beate Fahrnländer auch künstlerische Kurse und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (u.a. im Werkraum Schöpflin und der Kaltenbachstiftung). Seit 2011 arbeitete sie in ihrem Atelier im K18 in Lörrach, seit Januar 2021 in einem Atelier im Kesselhaus.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Finke, Romain (1950-2021), Maler, Designer, multimedialer Gestalter

Für Romain Finke kam nur ein Beruf aus dem künstlerischen Umfeld infrage. Besonders faszinierten ihn Bücher und so entschloss er sich zu einer Lehre im Buchbinderhandwerk. Nachdem er in Basel mehrere Zeichenkurse belegt und an der „Schule für Gestaltung“ ein zweijähriges Studium in der Malfachklasse angehängt hatte, wechselte er nach Berlin, um visuelle Kommunikation zu studieren. Er schloss 1977 als staatlich geprüfter Designer ab. Seiner Abschlussarbeit „Entwicklung einer Kinderzeitschrift“ folgte ein Auftrag, als Grafiker und Redakteur den Kinderteil bei der Zeitschrift „Spielen und Lernen“ zu gestalten. Nach einer kurzen Zeit der Selbständigkeit im Bereich Grafik-Design in Freiburg verlegte er aus familiären Gründen seinen Wohnsitz nach Ravensburg.
Von Kiel bis München verzeichnet seine Biografie zahlreiche vielbeachtete Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen, in erster Linie als Maler, aber auch mit modernen multimedialen Installationen. Von seinen Vorbildern, den italienischen Renaissance-Malern wie Raffael, übernahm er Farbkonzepte, ließ diese in seine Malerei einfließen und kam zu rein abstrakten und ungegenständlichen Lösungen. Oft stellte er aufwändige Werkserien her, wie zum Beispiel den „Dachau-Zyklus“, indem er die dortige Inhaftierung seines Vaters aufarbeitete. Neben zahlreichen bibliografischen Veröffentlichungen beschäftigte er sich nach wie vor mit seiner Leidenschaft „dem Buch“. Lang ist der Weg von Kinderbuchtiteln wie „Emmis erste Eisenbahnreise“ bis zu wertvollen Unikaten, wie künstlerisch aufgearbeiteten Hölderlin-Gedichten, aber auch Reisetagebücher und abstrakte Werke, die er komplett selbst herstellte. Als Dozent arbeitete Romain Finke an der PH Weingarten und an der BA Ravensburg. 

Neben dem Kulturpreis 1992 der Städte Ravensburg und Weingarten wurde er als bisher höchste Auszeichnung im Jahr 2000 in das „Kritische Lexikon der Gegenwartskunst“ (Ausgabe 50, Heft 11) aufgenommen. Das Attentat auf das World Trade Center prägte ihn tief. Er würdigte das Leid der Opfer mit seinem „Mammutwerk „2753 To the People of New York City“ . 2753 ist die Anzahl der Menschen, die beim Attentat umkamen. Für jedes Opfer wollte er zur Erinnerung ein Blatt gestalten. Dabei variierte sowohl die Technik als auch die Papiersorte. Bis kurz vor seinem Tod arbeitete er an dem Projekt. 200 Aquarelle fehlten noch.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Frei, Rolf (1942), Fotograf

Rolf Frei ist einer der profiliertesten Fotografen der Region. Er ist Schweizer Nationalität und wurde 1942 in Lörrach geboren. Durch seinen Vater war Rolf Frei zur Fotografie gekommen. Nach einer Fotografenlehre bei Foto Hügin in Lörrach studierte er an der Fachhochschule Köln Fotografie. Seine nächsten Stationen waren Tätigkeiten für die damalige National-Zeitung in Basel, zudem war er Studioleiter. Beim europäischen Berufsverband gewann ich mit einer Fotoreportage über Polen ein Stipendium und durfte für ein Jahr nach London. 1967 machte er sich dann auf dem Schetty-Areal in Friedlingen selbstständig. Zunächst als Werbefotograf, dann baute er an die Riedlistraße ein spektakuläres Fotostudio, das erste, das vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron im Ausland gebaut worden war. 16 Mitarbeiter hatte er zeitweise beschäftigt. Von 1972 bis 1990 beschäftigte sich Rolf Frei mit Werbefotografie und audiovisuellen. 1990 sagte er sich: Frei ist frei. Er verpachtete die Firma. Mitarbeiter haben sie und die Kunden übernommen, heute ist in dem Gebäude die Raumfabrik beheimatet. Frei wollte wieder verstärkt selbst fotografieren und künstlerisch tätig sein.

2005 baute er neben seinem Elternhaus in Haltingen ein Atelier. Über 20 Bildbände, zahlreiche Kalender und Projekte gehören zu seinem Werkverzeichnis, außerdem viele Fotoreisen in Europa, nach Russland und Afrika. Die wichtigsten Fotobücher über Weil am Rhein stammen seit 1986 von ihm. Außerdem war er fast neun Jahre an der Fachhochschule Konstanz als Dozent tätig. Seit Herbst 2002 leitet er Fotografie-Workshops in den Atelierräumen in Haltingen. Viele seiner Foto-Schüler bildeten die Fotografische Gesellschaft Dreiländereck oder weitere Gruppen wie FOTOGRAFIE K6 in Ötlingen. Rolf Frei ist Mitglied in der Bildagentur LOOK München und Freelens Hamburg. Rolf Frei hat seine Fotos in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, so etwa in Basel, Freiburg, Luxemburg und Stuttgart. Bilder von Rolf Frei befinden sich in privatem und in öffentlichem Besitz.

Foto: ZbV
Foto: ZbV
 

Friebolin, Petra (1964), Malerin

Mehrere Jahre lang hat die heutige VHS-Kunstdozentin Petra Friebolin bei Susanne Schultze-Trautmann Grundlagen der Ölmalerei erlernt und dann angeregt durch viele Bücher weiter entwickelt. Dabei experimentierte sie mit neuen Maltechniken mit Acryl und Ölfarben, mit Pastell- und Ölkreiden, Spachtel- und Wischtechnik. Jedes Material inspirierte sie zu neuen Anwendungsideen, ob nun Spachtelmaterialien, Marmormehl oder Seidenpapier.

Ihre kreativen bildnerischen Umsetzungen fielen auch dem VHS-Leiter auf. Seit 2016 gibt Petra Friebolin folgerichtig Kurse mit dem Titel „Kreativität entfalten“. Diese schnell ausgebuchten Kurse der in Märkt wohnenden Künstlerin beinhalten abstrakte, experimentelle und kreative Malerei.
Malerei als Ausdrucksform der eigenen individuellen Kreativität. Sich einlassen auf Farben, Material und Inspirationen.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Gebert, Jakob (1965), Möbeldesigner, Professor an der Kunsthochschule Kassel

Jakob Gebert studierte Innenarchitektur, Produkt- und Baugestaltung an der Hochschule für Gestaltung in Basel und gründete 1994 sein eigenes Büro für Industrie- und Ausstellungsdesign im Kesselhaus in Weil am Rhein. Seit 1998 unterrichtete er an verschiedenen Hochschulen; unter anderem auch in Jerusalem. 2004 zog er mit seiner Familie nach Lörrach um und pendelt regelmäßig nach Kassel, wo er eine Professur für Möbeldesign und Ausstellungsarchitektur an der Kunsthochschule innehat. Er entwarf insbesondere für Nils Holger Moormann den allseits beliebten Tisch "Spanoto", dessen Beine ohne viel Aufhebens mit der Tischplatte verbunden sind. Beim europäischen Wettbewerb »Design for Europe« gewann Gebert nicht nur die ersten Preise, sondern auch das Interesse des Vitra-Eigentümers Dr. Rolf Fehlbaum.

Geberts erstes Stuhl-Design für Vitra wurde Taino genannt und in Serie produziert. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einfache Funktionen, offen dargelegte Konstruktionen und eine klare Geometrie aus: »Ich bin wie ein Interpret, der ein altbekanntes Lied auf eine andere, neue Weise singt« wird Gebert zitiert. Preise erhielt er auch für seine Lampe »Verso«. Darüber hinaus hat Gebert Bühnenbilder und Requisiten für Theatergruppen wie »KLARA« in Basel entworfen, Beleuchtungskonzepte für Firmengebäude entwickelt oder für das Museum für Gestaltung Basel Ausstellungen gestaltet.
Seit 1997 Lehraufträge: HFG Basel, HFG Karlsruhe, Bezalel Akadamy, Jerusalem, Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein, Halle.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Geerk, Lenz (1988), Maler

Der Maler Lenz Geerk, geboren 1988 in Basel und in Weil am Rhein aufgewachsen, präsentierte seine künstlerischen Arbeiten bereits 2015 im Stapflehus auf Einladung des Weiler Kunstvereins.

Geerk studierte von 2008 bis 2013 an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Siegfried Anzinger und Lucy McKenzie. In seiner Arbeit steht die figurative Malerei im Vordergrund, Objekte und Zeichnungen begleiten das Oeuvre. Die vielseitigen Themen stellen einen zeitgenössischen Umgang mit Bildsprache und Intimität in Frage, Verweigerung und Anonymität sind konstante Elemente von Geerks Malerei. Seit seinem Abschluss wurden die Arbeiten in diversen Institutionen auch international ausgestellt.

Geiger, Max Meinrad (1954), Bildhauer, Maler, Objektkünstler

Max Meinrad Geiger wurde vor 1995 noch als "König des Kesselhauses" bezeichnet, weil er als einer der ersten Künstler im Weiler Kulturzentrum auch viele Projekte lancierte, die andere Künstler einbezogen hatten. Vom grenzüberschreitenden Projekt "Wasser-Werke" bis hin zur Ausstellung rings um das Inzlinger Wasserschloss, vom Kunst-Happening der Gruppe "Quattro+" im Dreiländergarten bis zum Kunstkalender "Kupoka" - überall hat der 1954 geborene Inzlinger Impulse gesetzt oder erste Ideen formuliert und in die Tat umgesetzt.
Als „Tulpenkünstler“ wurde Max Meinrad Geiger in den Neunzigerjahren gerne bezeichnet. Für die Grün99 gestaltete er eine überdimensionale Stahl-Tulpe, die heute noch den Eingangsbereich des Dreiländergartens zierte. Die Städtische Galerie Stapflehus hatte dem Inzlinger Künstler 1990 eine Ausstellung gewidmet – damals anlässlich der Vorstellung des „Holzwürfels“ im Läublinpark, der zuvor in Bad Säckingen mit einem ersten Preis gewürdigt worden war. Das Kunstwerk symbolisierte Vergänglichkeit, wurde durch einen Brand aber viel schneller der Vergänglichkeit anheimgegeben, als dies vorstellbar war.

Von 1975 bis 1980 besuchte Geiger die Kunstgewerbeschule in Basel. Seit 1980 lebt er als freischaffender Künstler. Eine der ersten für ihn wichtigen Arbeiten waren die Waldfragmente – von Rinde entkleidete Äste, die in einem bleichenden Laubbett liegen als ob man nur ein Stück Wald mitgenommen habe. Es entstehen Zyklen, die mit dem Werden und Vergehen, dem Auf- und Untergang von Sonne und Mond zu tun haben.
Und bald ist der Kreis als ruhender Pol entdeckt, als Synonym für die beiden Gestirne, die von jeher die Fantasie der Menschen in allen Kulturen geweckt haben. Das Spiel mit der Geometrie, das Aufbrechen der Unendlichkeit in Hälften, in sich ergänzende Fragmente ließ den experimentierfreudigen Künstler eines Tages vor der Kreishälfte mit dem gezackten Durchmesser stehen. Eine Blüte war entfaltet worden – eine Tulpe.
Wie sich Max Meinrad Geiger einerseits von Empfindungen und den Quellen seelischer Befindlichkeiten leiten lässt, so neugierig nähert er sich auch den innewohnenden kosmischen Gesetzen, der Zahlensymbolik.
Der Halbkreis, der zu einer vegetativen Form, nämlich der Blüte der Tulpe mutiert ist, wird nun vom Künstler in den unterschiedlichsten Darstellungsformen und Materialien untersucht. Auch dies ein Zeichen für seine unerschöpfliche Neugier auf die unterschiedlichen Wirkungen bei Verwendung desselben Motivs. Während eines dreimonatigen Aufenthaltes in Schweden, vermittelt vom Künstlerfreund Lasse Brander, nimmt die Tulpe Formen von Vasen an, wird positiv und negativ durch Schablonentechniken, Radierungen und Aquarellen oder Acrylgemälden immer wieder in neue Zusammenhänge gerückt, oder während seiner Zeit im Kesselhaus seit 1995 in Sandstein gehauen, in Eisen ausgebrannt, auf Keramik und Sperrholz geknetet und gemalt, als Tulpenbank in Übergröße in Beton gegossen oder sogar auf einem handgeknüpften Schurwolle-Teppich in Nepal produziert durch die Welt geschickt.

Kaum ein Material wird ausgelassen, ob Holz, Aluminium, Bronze oder Granit, Silber- oder Goldbroschen, Marmor oder Blue Pearl, einem herrlich blau funkelnden Granit. Bronzene Tulpenpostkarten, die als Unikate gegossen werden stehen für den Witz und die Ironie, mit der sich der Künstler zuweilen selbst bedenkt.
Geiger verfolgt Themen wie Vergänglichkeit und Zahlensymbolik in schlichter Logik. Er legt zwei Quadrate übereinander und ein achtzackiger Stern entsteht. So wie es die Bauherrn der mittelalterlichen Kuppelkirchen getan hatten. Die Acht als Symbol der Unendlichkeit und des Glücks. Im Altertum sah man hinter den sieben Sphären der Planeten die achte, die Sphäre der Fixsterne, acht Speichen hat das Glücksrad und schon bei den Babyloniern war sie eine Zahl der Gottheit. Der Islam glaubt, dass es zwar sieben Höllen, aber acht Paradiese gibt. Die Achteckform christlicher Taufbecken oder der achtgliedrige Pfad zum buddhistischen Nirwana – überall begegnen wir dieser Zahlensymbolik, die auch hinter den Sternen des Künstlers steht.
Geiger bevorzugt Materialien, die als Großskulpturen tonnenschwer wiegen, dem Betrachter aber in einer reduzierten form leicht gegenübertreten. Seine Materialien reichen von Bronze, Holz, Eisen über Sand bis hin zu Gold und Silber.
Mit vielen Aktionen wie dem Feuertulpenturm, der auch beim Kieswerk-Open-Air oder beim „Brennenden Weinweg“ eingesetzt worden war, hat Geiger auch Kultur-Events im wahrsten Sinne des Wortes „befeuert“.

Foto: zbV
Foto: zbV
Foto: zbV
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Glattacker, Adolf (1878-1971), der „Engelimoler“

Adolf Glattacker zählt zu den wichtigsten Heimatmalern des Markgräflerlandes. Zu Lebzeiten wurde er in seiner Heimat zwischen Wehr und Weil am Rhein als „Engelimoler“ bezeichnet. Doch er war weit mehr; der überaus begabte Künstler hat ein breit gefächertes Werk an Bildern und Zeichnungen unterschiedlicher Stile und Motive hinterlassen. 

Geboren wurde Glattacker am 30. Juni 1878 in Wehr-Enkendorf, wo seine Eltern eine kleine Landwirtschaft betrieben. Die Mutter arbeitete zusätzlich in der Weberei. Schon früh zeigte sich sein Zeichentalent. Als kleiner Bub zeichnete und malte er auf allem, worauf man malen konnte. Er selbst hat mal berichtet, wie er als Junge die wenigen Bilder kopierte, die er in den Häusern seines Heimatdorfes finden konnte. Nach der Schule wollte ein örtlicher Fabrikant den begabten Jungen zum Musterzeichner ausbilden, doch Glattackers Lehrer zeigte einem Schulinspektor die Zeichnungen des Schülers. Der Schulinspektor setzte sich dafür ein, dass Glattacker nach der Schule ein Stipendium bekam, mit dem er in Karlsruhe eine vierjährige lithographische Lehre an der Kunstgewerbeschule beginnen konnte. Während der Lehrzeit besuchte Glattacker zusätzlich einen Abendkurs im Zeichnen und Modellieren. Als er die Ausbildung beendet hatte, wollte Glattacker jedoch nicht als Lithograph arbeiten und trat 1897 in die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe ein.

1901 beschloss er in seine Heimat zurückzukehren. Seine Eltern wohnten inzwischen in Weil und er zog zu ihnen. Seine Hoffnung, mit seiner Kunst Geld verdienen zu können, zerschlug sich zunächst. Er fand keine feste Anstellung und hielt sich mit Portraits und Kleinaufträgen unter anderem in der Holzbrandmalerei über Wasser.
1903 vermittelte seine Tante ihm einen Auftrag in Zürich, wo er sein erstes großes Ölgemälde malte. Danach lebte er zeitweise in Basel und in Freiburg, kopierte als Auftragsarbeiten Gemälde aus den Museen, zeichnete Postkarten und illustrierte Hebels „Schatzkästlein“.

1907 ging Glattacker nach Paris, wo er in der Malschule der Akademie Julien seine Malkünste vertiefte. In Paris lernte er auch seine Frau Alice kennen. Das Paar bekam dort einen Sohn und weil dieser an Keuchhusten litt, zog das Paar 1910 nach Weil und kurze Zeit später nach Riehen. 1919 zog die Familie, die inzwischen vier Jungen und später auch noch ein Mädchen hatte, nach Riedichen bei Zell im Wiesental. 1927 verlor Glattacker seine Frau. Er zog 1928 mit den Kindern nach Tüllingen, wo er seine zweite Ehefrau Ida heiratete und bis zu seinem Lebensende wohnte. Er war wohl eine sehr auffällige Erscheinung: klein gewachsen, mit schlohweißer Mähne und Vollbart, war er oft mit seiner Staffelei unterwegs und stadtbekannt. Er starb am 28.6. 1971 im Alter von fast 93 Jahren.

Glattacker schaffte es, bescheiden von seiner Kunst zu leben. Als Auftragsarbeiten malte er unzählige Portraits, kopierte Bilder berühmter Künstler, illustrierte Bücher oder entwarf Embleme, Werbegrafiken und Postkarten. Der Landschaftsmalerei widmete er sich ebenfalls, aber in deutlich geringerem Umfang als der Darstellung von Menschen. Viele seiner Zeichnungen sind mit Bleistift, Kohle oder Tusche entstanden, seine Bilder fertigte er vorwiegend mit Öl oder Aquarellfarben. Oft erzählen seine Bilder Geschichten, auf denen Menschen zusammenkommen, aber auch Naturstudien finden sich unter seinen Werken. Weil das Engelmotiv in vielen seiner Bilder auftaucht, wurde er „Engelimoler“ genannt, aber wenn man ihn darauf reduziert, wird man seinem umfassenden Werk nicht gerecht. Er beherrschte sein Handwerk perfekt, ist seinem Stil immer treu geblieben, obwohl er handwerklich sicher in der Lage gewesen wäre, seine Kunst dem Zeitgeist anzupassen.

Gemälde: Selbstbildnis
Gemälde: Selbstbildnis
Gemälde: Johann Peter Hebel (gemalt von Adolf Glattacker)
Gemälde: Johann Peter Hebel (gemalt von Adolf Glattacker)
 

Grisard, Annetta, Malerin

Die Schweizerin Annetta Grisard arbeitet seit einigen Jahren in einem Loft-Atelier im Glashaus am Rhein. Transformation, Energie und Bewegung sind die zentralen Themen der großformatigen Malereien, Fotografien und Installationen Grisards. Wichtig für diese Bildschöpfungen sind ihr genuines Herstellungsverfahren, das auch in jüngeren Gemälden zur Anwendung kommt: Eine fotografische Aufnahme wird auf eine ungrundierte Leinwand aufgetragen, die daraufhin mit Acrylfarbe, Reliefmasse, Kieselsteinen übermalt, überformt und bearbeitet wird. Auf Reisen nach Kambodscha, an den Südpol, Syrien, Bhutan oder nach Uganda entstanden Aufnahmen, die sich auf der Leinwand zu Bildhintergründen transformierten. Farbe und Fotografie intensivieren sich gegenseitig und stehen in einem spannungsvollen Verhältnis zueinander. Dieses wird teilweise um die Verwendung von Industriemasse, Gestein und diversen Materialien ergänzt, die den Bildern Plastizität verleihen und zugleich eine Tiefenräumlichkeit entstehen lassen. Zu Grisards Schaffensweise gehören nicht nur Pinsel und Palette, sondern eine Vielzahl an Werkzeugen, mit denen sie bildet, formt und gestaltet. Dies verdeutlicht freilich auch eine Suche nach Möglichkeiten der Kunst, eine Verwebung medialer Techniken, die aufs erste verschieden anmuten. Wenn sie mit Bildern den Umgang unserer Umwelt kritisch reflektiert, dann vermag Annetta Grisards Oeuvre den Betrachter aber auch auf ganz grundsätzlicher Ebene zu adressieren, als sie damit zu sagen scheint, es bedürfe Achtsamkeit und Sorge gegenüber der uns umgebenden Welt.

Quelle: Maximilian Geiger, Markgräfler Kulturführer, 2015

Foto: ZbV
Foto: ZbV
 

Hanemann, Gerhard (1951), Maler, Galerist

Schon als Schüler lebte Gerhard Hanemann viel lieber seine künstlerische Kreativität aus als sich dem angebotenen Lernstoff zu widmen. Im Zeichenunterricht der siebten Klasse wurde eines Tages sein Bild mit „mangelhaft“ zensiert, da sein Lehrer der Ansicht war, seine große Schwester habe es gemalt. Nach Aufklärung des Sachverhaltes bekam er fortan für alle seine Arbeiten eine „Eins“.

Er malte bis zu seinem 20. Lebensjahr, konzentrierte sich dann aber auf seine berufliche Karriere. Als gelernter Textildrucker führte er 30 Jahre lang sehr erfolgreich seine eigene Druckerei in Ötlingen. Der Wunsch, sich ganz der Kunst zu widmen, war während dieser Zeit immer da, aber die beruflichen Anforderungen standen dagegen.
Der Kontakt zu anderen Künstlern war ihm stets wichtig. Diese schätzten das große Fachwissen von Gerhard Hanemann, sei es beim Druck ihrer Kunstkarten, Einladungen, Plakate etc.

Der Gedanke, etwas Andersartiges zu schaffen, reifte ab 2004 in ihm. 2012 erfüllte sich endlich sein Traum: er verkaufte seine Druckerei und eröffnete die Galerie und Kunstdruckwerkstatt Hanemann. Lange hatte er auf dieses sein Ziel hingearbeitet, nun war seine Vision erfüllt, und er konnte sich ganz seiner Kunst widmen.

Die Arbeiten von Gerhard Hanemann lassen sich nie auf einen bestimmten Stil oder ein bestimmtes Thema reduzieren. Er experimentiert gerne, ist mutig und sucht immer wieder nach neuen Techniken, die ihn inspirieren.

Acryl, Öl und Aquarell in Verbindung mit Spachtel und Collage, sowie der Einsatz von Airbrush-Technik erlaubt es ihm, verschiedene Materialien, wie Leinwand, Holz, Metall, Kunststoff oder auch Glas zu bearbeiten. Auch das Gemälde mit Spektralfarben-Effekt ist das Ergebnis seiner Experimentierfreudigkeit. Durch das einfallende Licht werden alle Spektralfarben absorbiert. Das Gemälde kann bei Dunkelheit mit Tageslicht beleuchtet werden. Es entsteht ein „Gesundheit und Wohlbefinden“-Effekt.

Auch mit der Hinterglasmalerei beschäftigt sich Gerhard Hanemann. Das transparente Material verleiht dem Werk Glanz und durch die Lichtbrechung eine besondere Strahlkraft. Die künstlerische Herausforderung liegt in der technischen Notwendigkeit des umgekehrten Malvorganges. Das Bildergebnis auf der Vorderseite ist spiegelverkehrt zur Komposition auf der Rückseite. Die Verbindung mit einem LED-Leuchtrahmen eröffnet eine neue Dimension der Präsentation des Kunstwerkes.

Gerhard Hanemann ist der Initiator und Organisator der Freilichtgalerie „ART-Dorf“ im Weiler Stadtteil Ötlingen.
Foto: Jacqueline Wach
Foto: Jacqueline Wach
 

Heitz, Jörg (1967), Maler, Grafiker

Jörg Heitz, geboren 1967 in Lörrach – 1999 – 2002 Grafik Design Studium am BKGD Lahr – 2002 Abschluss zum staatl. geprüften Grafik Designer – 2003 als Grafiker tätig im Angestelltenverhältnis und selbständig – 2013 Meisterschüler der bildenden Künste unter Prof. Thomas Stöckl (Ehrenpräsident und Gründungsmitglied der Abstract Art Academy) – 2015 Mitglied in der Abstract Art Academy / Teacher-Card International Professor ITIC/UNESCO Nr.T049000541953G – 2015 Publikation Katalog ARTCOREONE in der deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main und Leipzig – 2016 Mitgliedschaft beim Kunstverein Baden Baden e.V. – 2018 zweite Publikation Katalog „ARTCORE2“ in der deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main und Leipzig in Arbeit!

Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz

“Als Grafik Designer und Künstler prägten mich die Graffiti und Streetart, Portraitmalerei in alle Richtungen, die expressionistischen Ausbrüche Bacons, sowie Pop Art und Actionpainter wie Pollock. Mich faszinierte schon immer das üppige Umgehen mit Farbe auf Leinwand. Eine andere Leidenschaft ist die Musik. Um diese beiden Leidenschaften zusammen zu führen begann ich vorwiegend Musiker zu malen und es entstand die Stilrichtung, die ich „Artcore“ nenne! (Eine Ableitung der Musikrichtung Hardcore). Realistische und abstrahierte Portraits mit expressionistischem Pinselstrich und knalligen Farbverläufen, gemalt und gespachtelt”.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Herbold, Waldemar (1929 - 2008), Maler, Restaurator, Galerist

Waldemar Herbold war Maler, Restaurator und Galerist im Stadtzentrum. Wo heute die „Insel“ steht, hatte er in der Nähe der Friedensbrücke seine Galerie Herbold. Er war bekannt dafür, junge Künstler zu unterstützen, Schätzungen vorzunehmen und für die passende Rahmung zu sorgen. Häufig organisierte er in den Sechziger- und Siebzigerjahren auch Ausstellungen in der Stadt und manchmal auch in St. Louis.

Der gebürtige Weiler machte seine ersten Berufserfahrungen in einer Schlosserei. Dann setzte sich seine künstlerische Neigung durch; nach einer schweren Krankheit kam Waldemar Herbold über eine Thearpie zur Malerei. Er wurde Schüler des Lörracher Malers Hans Durner, lernte Lasurtechnik und Zeichnen in der freien Natur. In Kursen an den Kunstgewerbeschulen Basel und Heidelberg ergänzte er sein Wissen über Porträts, in Düsseldorf besuchte er Kurse des Kunstmalers Ulrich Lassek. Weitere Anregungen holte er sich regional bei Julius Kibiger, Nicolas Barrera und Karl Rösch. Seit 1960 gab er Kurse in Ölmalerei an der Migros-Club-Schule und zwischen 1970 und 1974 organisierte er die Ausstellungen beim Altweiler Straßenfest.

Er bevorzugte florale Motive und Kinderporträts, die er bei verschiedenen Ausstellungen in der Partnerstadt Huningue oder zwischen Bad Bellingen, Schluchsee oder Lörrach präsentierte. Herbold galt als sehr heimatverbunden und als „Alemanne durch & durch“. Viele Weiler erinnern sich noch, wie er mit Rauhaardackel "Willi" auf Motivpirsch ging*.

Quellen: Ausstellung „Kunst in Weil am Rhein“ Museum am Lindenplatz
Website: „Historische Gaststätten“

Hett, Friedemann (1943), Maler und Grafiker

Die Kunst wurde Friedemann Hett von seinen Eltern Günter und Waltraud in die Wiege gelegt. Im künstlerischen Elternhaus in Alt-Weil gingen Künstler wie Erwin Bowien, Emilie Clauss oder die Heimatdichterin Helene Zapf ein und aus. Mit drei Jahren wurde der kleine Friedemann porträtiert von Adolf Glattacker, dem er mehrfach in Tüllingen Modell sitzen durfte. Die ersten Schuljahre verbrachte er in Weil am Rhein, dann wechselte er nach Lörrach auf das Hebel-Gymnasium. Als es mit dem Griechischen nicht so recht klappen wollte, verließ er die Schule und machte eine Maurerlehre.

Während der sich anschließenden Militärzeit in München begann er zu zeichnen, nach einem kurzen Zwischenspie auf dem Konstanzer Technikum besuchte er die Basler Kunstgewerbeschule und wechselte schließlich zur Folkwang-Schule nach Essen. Der Berufsanfänger begann zu nächst bei der Werbeabteilung einer großen Firma im Schwarzwald, dann zog er nach Ravensburg um, wo er in der Grafikabteilung eines Pharma-Konzerns Preise und Medaillen für gute Grafiken und Fotos erhielt.

Einige Ravensburger Spiele profitierten auch von seiner grafischen Kunst wie z.B. das Spiel „Mit Pauken und Trompeten“. Seine künstlerischen Ambitionen erweiterte er durch Tuschezeichnungen oder Aquarelle, die immer wieder öffentlich gezeigt wurden. Unter anderem auch bei Gemeinschafts-Ausstellungen mit seinen Eltern im Schwarzen Kloster in Freiburg oder in der Villa Aichele in Lörrach und zuletzt im Dreiländermuseum.

Hillenbrand, Peter (1932), Maler

Peter Hillenbrand ist in Kleinkems aufgewachsen und absolvierte seine Ausbildung zum Lehrer am Pädgagogium Meersburg und an der Pädgagogischen Hochschule in Freiburg. 1953 ist er in den Schuldienst eingetreten, seit 1958 war er bis 1996 in Weil am Rhein. 1966 wurde er zum Rektor der Rheinschule ernannt und von 1975 bis 1996 war er ein äußerst beliebter Rektor der Markgrafenschule – später Gemeinschaftsschule. Seine künstlerischen Fähigkeiten hatte er zwischen 1963 und 1970 an der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel vertieft.

Schon früh hatte Hillenbrand Interesse an der Malerei gezeigt. Bereits mit 14 Jahren erfolgten erste Malversuche – angeregt durch die Expressionisten wie Carl Hofer oder Otto Dix und die Maler des Blauen Reiter, später auch die französischen Impressionisten. Hillenbrand stellte häufig Motive aus dem Markgräflerland dar, aber auch Motive aus Südfrankreich, der Schweiz, Italien und Ägypten. Seit 1963 waren seine Werke auch in Ausstellungen zu finden. Hillenbrand war ein ständiger Besucher städtischer Ausstellungen und als früherer Gemeinderat sehr interessiert am gesellschaftlichen Leben.

Foto: Lauber
Foto: Lauber
 

Hübner, Paul (1915 – 2003), Maler, Lyriker, Schriftsteller

Paul Friedrich Hübner (* 20. März 1915 in Lörrach; † 21. August 2003 in Kandern) war Maler, Lyriker und Schriftsteller. Er wuchs als Sohn eines Fabrikarbeiters in Weil am Rhein und Basel auf. Den Besuch des Lörracher Hans-Thoma-Gymnasiums musste er aus Geldmangel abbrechen, stattdessen arbeitete Hübner nach seinem Volksschulabschluss als Chemielaborant in Basel. Mit 15 begann Hübner, erste Gedichte, Erzählungen und Entwürfe zu Dramen zu schreiben. 1934/35 unternahm Hübner eine Studienreise zu Fuß nach Italien. Nach seiner Rückkehr heiratete er 1936 die Schuhmachertochter Gertrud Hedwig Bernhard und bereitete sich privat auf das Abitur und ein Theologiestudium vor. Novellen, Gedichte und Dramen entstanden in dieser Zeit. 1938 wurde Hübner jedoch zum Reichsarbeits-, danach zum Wehrdienst und anschließend zur Kriegsteilnahme als Soldat einberufen. Ende 1941 in Lappland schwer verwundet, wurde er 1943 als Chemielaborant in seiner Heimat industrieverpflichtet und zog nach Lörrach. Hübner wandte sich nun der Malerei zu: Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Hübner als freischaffender Maler und Schriftsteller, daraufhin ab 1951 als Werbegrafiker der Schokoladenfabrik Suchard und konnte schließlich eine Lehrerausbildung machen. Diesen Beruf übte er von 1953 bis 1969 in Lörrach und Holzen aus. Danach lebte Hübner, wiederum freischaffend, in Kandern.
Als Maler war er, obwohl Autodidakt, durchaus angesehen. Einem größeren Publikum bekannt wurde er 1947, als er in Lörrach eine Ausstellung zur Wiederbelebung der freien Kunst nach der Zeit des Nationalsozialismus organisierte und zusammen mit anderen Künstlern bestückte und an einer Ausstellung der Badischen Secession teilnahm. Seine in starken Farben gehaltenen, expressiven und teils ungegenständlichen Gemälde wurden u. a. in Baden-Baden, Basel, Freiburg im Breisgau, München und Sens (Frankreich) ausgestellt.

Thema von Hübners Gemälden war in den 1940er Jahren zunächst Leiden und Trauer. In den 1950er Jahren wandte er sich religiösen Themen zu, vor allem aber der expressiven Landschaftsmalerei und Darstellung von Dorf- und Stadtansichten, die er bis in die 1970er Jahre beibehielt. In den 1960er Jahren kamen Porträts und Kopfansichten in zunehmend abstrakter Form hinzu. Mit Beginn der 1970er Jahre wandte sich Paul Hübner endgültig der ungegenständlichen Malerei zu.
Als Schriftsteller hat Hübner mehrere Bücher in Lyrik und Prosa veröffentlicht. Die 1948 erschienene Erzählung Aus dem Wanderleben des T. Balder war sein Erstlingswerk. Die größte Beachtung fand sein 1985 veröffentlichtes Lappland-Tagebuch 1941, sein heimlich geschriebenes Kriegstagebuch, in dem er den Widerspruch zwischen der atemberaubenden Schönheit der arktischen Landschaft und den Schrecken des Krieges verarbeitete.

Kipfmüller, Klaus (1955), Maler, Aktionskünstler

Lange Jahre trug Klaus Kipfmüller stets einen Hut wie Josef Beuys und es war unübersehbar, wie dessen „sozialer Kunstbegriff“ Einfluss auf seinen künstlerischen Werdegang genommen hat. Doch nicht nur der Hut ist mittlerweile gegangen, im Rahmen seiner enormen Schaffenskraft hat er längst seinen eigenen Weg gefunden. Der gebürtige Weiler absolvierte nach der Schule orientierungslos eine kaufmännische Lehre, wo er auf dem täglichen Weg zur Post zum ersten Mal in einer Schaufensterauslage mit surrealistischen Bildern in Berührung kam. Durch den Bruder seiner ersten großen Liebe fing er selbst zu malen an. Als leidenschaftlicher Diskjockey traf er im „Happy Day“ auf Christine, die ihn zu seiner ersten Ausstellung 1983 animierte. Zur selben Zeit lernte er seinen Mentor Theo von Möller kennen, der ihm während sechs Jahren eine entscheidende künstlerische Richtung zeigte. Mehr und mehr inspirierte ihn die Anthroposophische Lehre Rudolf Steiners. Seit den 80er-Jahren hatte er zahlreiche Einzelausstellung und zusätzlich unzählige Gemeinschaftsausstellungen, hauptsächlich mit der Künstlergruppe „H’ART“, die er 1994 selbst initiierte. Dazu macht Kipfmüller immer wieder mit sozialkritischen Aktionen auf sich aufmerksam. War es 1991 „Eiszeit“, als er auf dem Lörracher Marktplatz acht Tonnen Eis schmelzen lies, 1992 „Spiritus Europa“, 1996 „eine Vitrine für Rheinfelden“, 1997 ließ er bei seiner „Lichtpyramide“ spektakulär die Haare fallen, „um den Kopf frei zu bekommen“, 1998 „Zahngold für die Schweiz“, 2001 „Kunst findet statt“ in Haagen. Das 1999 gefertigte Kreuz im Rahmen der Aktion „So nimm Dein Kreuz“ in der Außenanlage des Elisabethenkrankenhauses steht nach wie vor. 

Sehr eindrucksvoll war 2018 die Installation „The Tower“, als er 5.200 rote Ballons am hohen Turm des Röttler Schlosses anbrachte. Ab 1999 erstellt er Bilder in einer Technik, bei der es um Formen und Farben geht und die er „die neue Klarheit“ nennt. Von 2002 bis 2008 war er künstlerischer Leiter der Kunstsammlung St. Elisabethen, danach Kurator des Projektes "Endress + Hauser präsentiert...". Ebenso ist er Organisator der „Regio-H’ART“. Jede Phase seines Lebens spiegelt sich in seiner künstlerischen Arbeit wieder. Das sind Einschnitte wie die Partnerschaft mit seiner Frau Britta und mit Sicherheit die Geburt seines Sohnes Marius. Seit 2008 ist er Redakteur und Moderator der Sendung "H'ART On Air", bei Freies Radio Wiesental. Heute lebt und arbeitet er in Grenzach-Wyhlen.

Foto: Monika Merstetter
Foto: Monika Merstetter
 

Kochka-Thévènet, Paul (1931 – 2018)

Paul Thévènet hat sich schon frühzeitig den Künstlernamen "Kochka" (die Katze) gegeben. Der Spitzname passte für einen Menschen, für den sich alles im Leben um Kunst drehte. Am 20. Februar 2018 ist der von Kollegen im Kesselhaus, von Kunstfreunden und Kursbesuchern menschlich wie künstlerisch hoch geschätzte Franzose in einem Pflegeheim in Niedergebisbach (Hotzenwald) im Alter von 87 Jahren gestorben.

Paul Thévènet ist in Lyon/Frankreich geboren. Er besuchte das humanistische Gymnasium, studierte Bildhauerei an der Akademie des Beaux-Arts Lyon. Sein Schaffen führte ihn nach Paris und Brüssel, wo er namhaften Künstlern wie André Malraux und Henry Miller begegnete. Von einem russischen Immigranten in Brüssel erhielt Paul Thévenet den Beinamen «Kochka» -die Katze, den er bis heute beibehalten hat. Während seiner Zeit in Deutschland spezialisierte er sich zunächst besonders auf seine berühmten Zeichnungen und seit 1988 mehr und mehr auf Skulpturen und Plastiken. Bekannt ist Kochka auch für seine Forschungen und Experimente im Bereich ursprünglicher Keramik-Kunst. Formen und Brände faszinierten ihn, die authentische Annäherungen an natürliche Materialien erkennen ließen:«terre cuite» und deren ursprünglicher Brennung, etwa in «etruskischen» Erdöfen.

Dabei gilt er über die Regio hinaus als Spezialist für antike und urgeschichtliche Brenn- und Ofenarten. Einen Höhepunkt stellte der Bau des keltischen Ofens 1996 bei Ferrette im Elsass dar, den er mit Unterstützung von drei Helfern und Archäologen der Uni Basel schuf. Eine spannende Lektüre bietet Kochkas 80-seitiges in deutscher und französischer Sprache erschienenes Buch «Ein keltischer Brennofen». Paul Thévènet Kochka lebt seit 1964 in Deutschland. Erst in Freiburg, dann in Karlsruhe, seit 1970 in Lörrach und nachdem er 2002 ein Atelier im Kesselhaus bezogen hat auch in Weil am Rhein.

Paul Kochka-Thévénet hat bei einer Ausstellung in der städtischen Galerie Stapflehus anlässlich seines 80. Geburtstag die Zuneigung seiner Kollegen im Kesselhaus erfahren dürfen, die ein Porträt des welterfahrenen Bildhauers und Zeichners aus Lyon für ihn konzipierten. Porträts, Akte, Katzenmotive, subtilen Studien, Zeichnungen und Terrakottafiguren: ein Ausschnitt seines Lebenswerks. Sein Studio schien einem Skizzenbuch aus der Zeit Rodins entlehnt worden zu sein. Tatsächlich atmen die naturalistischen Porträts und Aktzeichnungen, die Detailbeschreibungen von Räumen und Objekten den Sinn und das Verständnis für seelische Impulse. Bis ins hohe Alter gab der Künstler noch Kurse in Volkshochschulen zwischen Weil und Waldshut, unermüdlich war er bei der Arbeit an etruskisch inspirierten Keramikobjekten oder Skizzen zu sehen. Als künstlerisches Faktotum wirkte er auch lange Jahre beim Weiler Museumskreis mit, wo ihm die Visualisierung abstrakter Themen mit außerordentlicher Subtilität in großformatigen Bildern gelang.

Sein Metier hat er von der Pike auf gelernt an der Akademie des Beaux Arts seiner Heimatstadt Lyon. Die figürliche Bildhauerei, das Aktzeichnen, das Porträtzeichnen, das fundierte Studium der menschlichen Proportionen, der Anatomie, das sind Dinge, auf denen seine Arbeiten basieren. Die Figur, der Akt, das Porträt sind bis heute seine großen Themen geblieben. "Aber ich arbeite jetzt mehr mit ganz einfachen Linien" sagte der über 80jährige.
Zahllose Zeichnungen, Aquarelle und Pastelle sind in den mehr als 65 Jahren seines Schaffens entstanden. Sein Lebensweg führte ihn in jungen Jahren nach Paris und Brüssel, wo er namhaften Künstlern, wie André Malraux und Henry Miller begegnete. Während seiner Zeit in Deutschland (nach 1964) spezialisierte er sich zunächst besonders auf seine berühmten Zeichnungen und seit 1988 mehr und mehr auf Skulpturen und Plastiken.
Arbeiten von Paul Kochka-Thèvénet waren immer wieder im Kulturcafé des Kesselhauses zu sehen. Im Jahr 2010 widmete ihm das Kulturamt im Stapflehus eine Sonderausstellung zu seinem 80. Geburtstag.
Beim ART-Dorf Ötlingen beteiligte er sich mit einer Terracotta-Plastik, der er den Namen "La Pisseuse" gab. Die Plastik überließ er der Stadt Weil am Rhein für die Dauer-Ausstellung im ART-Dorf. Sie steht im Garten des Hauses Dorfstraße 87.

Paul Kochka-Thévènet wurde gerade im hohen Alter von Menschen unterstützt, die seine liebenswerte Ausstrahlung, seinen französischen Charme, sein künstlerisch authentisches Wirken und gleichermaßen ungekünsteltes menschliches Engagement für gemeinsame Projekte schätzen und lieben gelernt hatten.

Foto: ZbV
Foto: ZbV
Foto: zbV
Foto: zbV
 

Kröner, Holger (1956 – 2018), Maler

Holger H. Kröner war seit der Eröffnung der Ateliers im Kesselhaus im Jahr 1995 einer der prägenden Künstler in der Weiler Ateliergruppe. Vier Jahre lang war er Vorsitzender und anschließend Stellvertreter im Verein Kulturzentrum Kesselhaus, zehn Jahre engagierter Ateliersprecher, der einen großen Teil zum grenzüberschreitend guten Ruf der Ateliers in Friedlingen beigetragen hat. 2018 ist er nach längerer schwerer Erkrankung in Lörrach gestorben.
Geboren und aufgewachsen war Holger Kröner im hessischen Bad Vilbel, wo er nach seinem Abitur zunächst ein Studium der Feinwerktechnik abschloss und dann bis in die späten 80er-Jahre als Diplom-Ingenieur tätig war. Der Kontakt zu Künstlern und insbesondere der Unterricht bei Rolf Samuel in Lörrach und Günter Jentsch in Düsseldorf brachten ihn dazu, seine künstlerischen Ideen hauptberuflich umzusetzen. Von 1989 bis 1993 studierte er Malerei an der Neuen Kunstschule in Zürich, seit 1995 faszinierte er viele Kunstfreunde, Kollegen und Schüler mit seinen "Earthpaintings".

Für seine archaisch anmutenden, teilweise reliefartigen Bilder setzte er ursprüngliche Naturmaterialien ein: tonige Erden, Sand, Stein aus Europa, aus australischen, arabischen, afrikanischen oder südamerikanischen Wüsten. Helle Sandtöne, warme, leuchtkräftige Erden in verschiedener Konsistenz, schwarze, grüne, bläuliche Steine bilden in seinen Werken Schwerpunkte, Beziehungsgeflechte oder Blickpunkte. Mit diesen „Urelementen“ gelang es Holger Kröner, seine Themen und Vorstellungen adäquat in Bildern umzusetzen.
Viele Ausstellungen in Galerien des Dreilands ließen in ihn der weiteren Region bekannt werden. 2002 und 2010 widmete ihm die städtische Galerie Stapflehus Ausstellungen, 2012 war er auch bei einer Ausstellung im Triangle in Hüningen beteiligt, im Jahr 2003 wurde ihm der Markgräfler Kunstpreis zugesprochen. Im Büro des Weiler Oberbürgermeisters Wolfgang Dietz hängt ein Earthpainting mit dem Titel "Zu neuen Horizonten", dass der Oberbürgermeister der Stadt nur wenige Monate nach Arbeitsaufnahme erworben hatte. Seit war es immer wieder Anknüpfungspunkt für Gespräche über Kunst.

In den letzten Lebensjahren musste Holger Kröner seiner Erkrankung Tribut zollen. Dennoch hielt er am Atelier im Kesselhaus fest, seine Frau Karin und Freunde ermöglichten die Öffnung des Ateliers an den Kesselhaus-Öffnungstagen.

“Der frühe Mensch hat bereits Erde als farbgebendes Element erkannt und sich ihrer bei Kult und Ritualen bedient,” hat Kröner einmal gesagt. Und in einer zentralen Regionen der europäischen Geschichte, nämlich den sandigen Hochebenen Anatoliens hat Holger Kröner die erdigen Farben mit auf die künstlerische Reise genommen.
"Holger Kröner muss nicht an diesen Orten gewesen sein, er nimmt uns auf eine virtuelle Reise mit zu den Inseln im Landmeer unserer globalen kulturellen Selbstvergewisserung", sagte der Weiler Kulturamtsleiter Tonio Paßlick bei einer Vernissage-Rede. Aus dem Stoff werden Bilder, Vorstellungen, Meditationen. Ein Bild heißt wirklich “Die Geister die ich rief…” und beschreibt die Wirkungen intensiver Reflektion über den eigenen Bezug zu den Ursprüngen und Leuchttürmen dieser Erde. Zwischen der Demut vor den organischen Prozessen wie den warmen Tönen von Blättern, die in Wellen übergehen über die erkennbaren Fixierungen auf wichtige Orientierungen wie das kretische Lentas oder die Pyramide von Gizeh und das legendäre Troja. Die wesentlichen Impulse des Lebens sind auch in ihrer Abstraktion sehr konkret, wenn man sich ihrer Aura und Ihrer geistigen Anziehung aussetzt: so bildet sich der Dialog des Künstlers mit seinen Fragen im künstlerischen Prozess ab, “Spuren”, “In Search” sind Wegmarken des Dialogs, der nicht nur nach physischen Orten fragt, sondern auch in anderen Koordinatensystemen denkt: hin zum “Zeitenbaum” in “Fremde Welten” hinein…"

Mit seinem aufmerksamen, empathischen Wesen und seiner ständigen Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten wird Holger Kröner bei Künstler-Kollegen, Sammlern und Freunden in zeitloser Erinnerung bleiben.

Quelle: Nachruf von Tonio Paßlick, 10.4.2018
Foto: zbV
Foto: zbV
 

Köbele, Otto (1921-1973), Maler und Grafiker

Otto Köbele war als Maler und Grafiker mit nahezu unerschöpflichem künstlerischem Repertoire bekannt. Aufgrund seiner Liebe zum Markgräflerland galt sein malerisches Interesse besonders dieser Landschaft, seinen Dörfern, Häusern und Besonderheiten. In Freiburg-Zähringen geboren, kam er als 13-jähriger nach Weil am Rhein. Den Lehrern fiel sein künstlerisches Talent auf, doch auf Geheiß des Vaters musste er das Bäcker- und Konditor-Handwerk erlernen. Eine Allergie zwang ihn, den Beruf aufzugeben und so begann er eine Lehre zum Musterzeichner bei der Schusterinsel. Die beinhaltete den Unterricht an der Werkkunstschule Krefeld. 1940 machte ihm die Einberufung einen Strich durch die weitere Ausbildung.
Als er nach Krieg und amerikanischer Gefangenschaft zurückkehrte, besuchte er bis 1951 die Kunstschule in Wehr und die Kunstgewerbeschule in Basel. Mangels Unterstützung durch das Elternhaus finanzierte er die Ausbildung ausschließlich aus dem Verkauf seiner Bilder. Mit 30 Jahren konnte er sich endlich als Grafiker selbständig machen. Seine Werkstatt an der Leopoldstraße war gleichzeitig sein Atelier. Zahlreiche Firmen waren seine Auftraggeber für Werbeschilder und Architekturmodelle und viele haben heute noch das von ihm entworfene Logo auf ihren Geschäftsbriefen.

Er war bekannt für die Dekorationen in den Cafés Hamm oder Allgeier, ebenso im Saal des Hotels Central. Otto Köbele besaß eine ungemeine Vitalität, Lebensfreude und Optimismus. Selbst unter Termindruck hatte er immer Zeit für eine Diskussionsrunde und auch nach anstrengenden Arbeitstagen setzte er sich oft noch an die Staffelei. Die künstlerische Entfaltung war für ihn ein Ventil zur harten Arbeit. Er malte vorwiegend Aquarelle, gelegentlich auch in Öl. Gern arbeitete er in der freien Natur, wobei er zwar das Gegenständliche darstellte, aber seinem Gefühl für Formen und Farben freien Lauf ließ. Bekannt waren auch seine Monotypien. Viele Sgraffitos und Mosaike an Häuserwänden in der Region zeugen von seinem Schaffen. Öffentliche Auftritte lagen ihm nicht so, er ließ seine Arbeiten lieber für sich sprechen. Durch die Folgen einer Krankheit, die er sich in Gefangenschaft zugezogen hatte, verstarb er bereits mit 51 Jahren.

Foto: Monika Merstetter
Foto: Monika Merstetter
 

Köbele-Lipp, Lutz (1952), Industrial-Designer

Eigentlich wollte Lutz Köbele nach der Schule Chemielaborant werden. Da er sich zudem für die Kunst interessierte, verwarf er den Plan schnell, indem er zusammen mit seinem Vater, der Grafiker und ein bekannter Maler war, eine Siebdruckerei betrieb. Der Plan war, nach dem Studium an der Kunstgewerbeschule Basel in dessen Fußstapfen zu treten. Immer mehr begann er sich für die dritte Dimension zu begeistern und so entschloss er sich für ein weiteres Studium des Industrial-Design in Berlin. Er hatte das Glück, beim bekannten Designer Prof. Hans (Nick) Roericht studieren zu können. Er arbeitete parallel zum Studium bei ihm in Ulm. Das beeinflusste maßgeblich seinen beruflichen Werdegang.

Nach Abschluss zum Diplom-Industrial-Designer war er von ´81 bis ´85 Mitglied bei der Gruppe „Schön und Gut“, von ´85 bis ´95 bei „Monopol - Gruppe für Gestaltung“. 1995 gründete er sein eigenes Büro „kubik“ und bildete mit Martin Rissler das „monopoldesignteam“. Darüber hinaus erhielt er mehrere Lehraufträge zum Beispiel an der Berliner Universität der Künste, wo er auch eine Gastprofessur hatte, Lehraufträge und Gastprofessuren an der Kunsthochschule Weißensee, Lehraufträge in Halle und Vertretungsprofessor an der Universität Duisburg-Essen. Die unterschiedlichsten Gegenstände hat er schon entworfen und zahlreiche Auszeichnungen dafür erhalten. Unter anderem erhielt er wichtige Preise wie 1987 „Kunst am Bau Grundschule Schöneberger Straße“, 1991 für das Schreibtischsystem „Giro“ von „Design Plus“, 1992 für das CD-Regal „Omega“ den Internationalen Designpreises Baden-Württemberg, 1993 beim Wettbewerb „Stadtmöbel für Hellersdorf“, und für das Hänge-Registratursystem „SnapFile“ als „Produkt des Jahres 1999“. Ob Büromöbel, Gartenstühle, Städtemöblierung, Lampen, Schlüsselbretter, Sushi-Boxen oder Vasen, es gibt kaum einen Bereich, in dem Köbele-Lipp noch nicht tätig war. Er entwirft Gegenstände des täglichen Lebens, die individuell und vielfach zu gebrauchen sind und dabei auch noch schön aussehen sollen. Einen bevorzugten Werkstoff hat er dabei nicht, sondern er sucht bei jedem Projekt die Herausforderung, das am besten geeignete Material zu finden. Seit seinem Studium wohnt der ehemalige Weiler in Berlin.

Foto: Monika Merstetter
Foto: Monika Merstetter
 

Krüger, Gabrielle, Malerin

Gabrielle Krüger hat seit 2019 ein Atelier im Kesselhaus und fühlt sich nach eigener Aussage dem akademischen Realismus verpflichtet, der an der sichtbaren Wirklichkeit orientiert ist. Durch Studien unter anderem an der Florence Academy of Art und in Paris, den Niederlanden und in Zürich, geht es den Vertretern dieser Kunstrichtung zuerst um die konsequente Beherrschung der Mittel, also des Zeichnens und Malens nach der Natur und des Abbilden-Könnens.
Sie bietet neben Werksverkäufen und Auftragsarbeiten auch Termine und Kurse an in Klassischer Malerei und Zeichnen: unter anderem bei der Städtischen Volkshochschule Weil am Rhein, in Frankreich und Basel. Daneben restauriere sie auch Bilder.

Sie absolvierte ein Kunst-Studium fürs Lehramt. Davor nahm sie frühzeitig privaten Unterricht im akademischen Portraitzeichnen. Eigene künstlerische Weiterbildung folgte unter anderem an der Europäischen Kunstakademie in Trier bei Prof. Kremer (Portrait9 und beim Maler Thomas S. Buechner in New York.

In den letzten Jahren (und auf der Suche nach dem Wissen der alten Meister) waren die Aufenthalte in Zürich (Zeichnen nach Bargue), in den Niederlanden mit Nicholas Beer vom Sarum Studio Salisbury, England (Portrait in Sight Size), – aber vor allem die regelmäßigen Aufenthalte an der Florence Academy of Art und der Paris Academy of Art sehr wichtig für den eigenen Fortschritt. Begegnungen mit Persönlichkeiten und Künstlern wie Daniel Graves, Jura Bedic, Shane Wolf und andere haben sie sehr geprägt.

Im Jahr 2021 ist Gabrielle Krüger Ateliersprecherin im Kesselhaus.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Laier, Albert (1928 – 1995), der „Moler vo Märt“

Der zu Lebzeiten sehr populäre "Moler vo Märt“, stammte aus Freiburg, kam aber bereits als Kind nach Altweil und erlernte später das Malerhandwerk, das er ab 1965 als Selbstständiger ausübte. Daneben reizte ihn aber auch immer die künstlerische Seite seines Berufs, deren Grundlagen er in Kursen an der Basler Gewerbeschule erlangte und bei Studienreisen ins Tessin, in die Toskana und nach Südfrankreich vertiefte. In seinem Märkter Atelier schuf der begeisterte Anhänger der französischen Impressionisten eine Vielzahl von Ölgemälden, Aquarellen, grafischen Arbeiten und plastischer Objekte, die vorwiegend Motive der Markgräfler Landschaft und des Schwarzwalds zu allen vier Jahreszeiten, das Chanderli an den verschiedenen Stationen, ebenso Impressionen vom Mittelmeer-Strand, von der Camargue sowie seinen Südschweizer und italienischen Urlaubsorten zeigten. Auch Porträts, rustikale Stillleben und Aktstudien sowie etliche Gemälde mit symbolistischen Inhalten ("Vater Rhein und Tochter Wiese", Visionen zu Hebels "Vergänglichkeit") gehören zum Oeuvre des vielseitigen Kunstschaffenden, der auch als ein bodenständiges Original weithin bekannt und beliebt war.

2008 widmete ihm das Museum am Lindenplatz eine Ausstellung anlässlich seines 80. Geburtstages. Rheinlandschaften, Dorfansichten und die weiten Ebenen und sanften Hügel des Markgräflerlands und Szenen aus dem Arbeitsleben von Fischern, Bauern und Winzern gehören zu den bevorzugten Motiven Albert Laiers. Er ließ sich von seiner direkten Umgebung inspirieren. Er schuf dabei authentische Abbilder der Landschaft, ohne die schöne Kulisse zu idealisieren.

Ölgemälde mit dichten, satten, harmonischen Farben und Aquarelle in ihren fein abgestimmten Farben und Kompositionen bildeten seinen Arbeitsschwerpunkt, aber seine künstlerischen Arbeiten auf dem Gebiet der Bildhauerei und der Wandmalerei sind ebenfalls zeitlose Zeugen seines Wirkens. In Märkt kann die Trilogie dreier Holz-Plastiken beim Kindergarten (Marktfrau), dem Festplatz (Fischer) und auf dem Friedhof (Ecce Homo) besucht werden.

Gemälde: Selbstportrait
Gemälde: Selbstportrait
 

Lehmann, Albert (1896-1964), Maler

1995 wurde zum letzten Mal in Haltingen mit einer Werkschau dem Maler Albert Lehmann gedacht. Einem Maler, der in seinen Öl- und Aquarellbildern mit einer unglaublichen Intensität die Urtümlichkeit des Markgräflerlandes zur vorletzten Jahrhundertwende mit dem Verstand eines Chronisten festhielt. In Basel geboren und aufgewachsen verschrieb er sich früh der Kunst. Er besuchte die Malklasse an der Kunstgewerbeschule und diese Ausbildung ist in seinem ganzen späteren Wirken wiederzufinden. Der Erste Weltkrieg machte jegliche Träume zunichte. Die Familie musste Basel verlassen und 1916 siedelte sie in die Haltinger Eisenbahnerkolonie. Um ein festes Einkommen zu haben, fand er Arbeit im Haltinger Bahnbetriebswerk. Um jedoch Hobby und Beruf näher zu verbinden, legte er 1927 die Prüfung als Malermeister ab und führte bis 1954 in Haltingen einen Malerbetrieb. Die in seiner Freizeit entstandenen Bilder zeugen von großer Hingabe. Die oft grobe Arbeitsweise des Anstreichers hinterließen keinerlei Spuren bei ihm als Kunstmaler. Im Gegenteil, viele Ansichten, die er auf Leinwand bannte, können nur durch die Inspiration entstanden sein, die dem ganz anderen Blickwinkel von einem Baugerüst entstammen. Er brachte es nie zu Reichtum. Seine größte Errungenschaft zum kleinen Haus mit Garten war das für ihn so wichtige Atelier im Gartenhäuschen, seinem „Schöpfli“.

Passend zur detailgenauen Schlichtheit seiner Bilder verzichtete er immer auf pompöses einrahmen seiner Werke, sondern fertigte die Rahmen meist selbst, oft aus einfachen gesägten Latten und gab ihnen einen passenden Anstrich. Er hinterließ eine große Anzahl von Gemälden, die über die Lebensverhältnisse und die Natur im Markgräflerland ohne Künstelei erzählen, darunter viele Ortsansichten, bevor die Industrie oder die Kriege ihre Spuren hinterließen, genauso zahlreiche Stillleben wie Blumensträuße oder über Wein und Reben. Auch die Liebe zu seiner Geburtsstadt Basel spricht aus vielen seiner Landschaftsbilder, mal als verschwommene Silhouette, dann wieder fein mit vielen Details herausgearbeitet. Trotz angeschlagener Gesundheit entstanden in seinem letzten Lebensjahrzehnt viele Bilder, die oft in Haltinger Gaststätten hingen und obwohl er nie ein Werksverzeichnis erstellte, ist heute nachzuvollziehen, dass von dort auch viele den Weg nach Basel fanden. Im Zuge der Gemeindereform wurde ihm in der Nähe seines Wirkens eine Straße gewidmet.

Gemälde: Selbstportrait
Gemälde: Selbstportrait
 

Lehmann Winter, Maritta (1961), Bildhauerin

Die Skulpturen der Kesselhaus-Künstlerin Maritta Lehmann Winter vereinen dynamische und architektonische Formen. Sie sind nicht zuletzt deshalb auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Gebäuden präsent. In der Eingangshalle des „Prime Tower“ in Zürich zum Beispiel kontrastiert die durch sanfte Wesenszüge inspirierte Arbeit „Skydream“ (2011) gegen die funktionale Strenge der Architektur. Vor dem Hotel des „Grand Ballon“ in den Vogesen schwingt sich „Rendez-vous“ (2006) wie ein Vogel in die Landschaft hinaus, und im Treppenhaus der Finnova AG in Lenzburg bildet „Zen“ (2009) einen meditativen Ruhepol. Alle Skulpturen besitzen ausgeprägte Volumina. Sie sind ausdrucksvolle Körper und schaffen einen eigenen Raum. Ort und Architektur stehen im Zusammenklang mit dem Kunstwerk.
In Weil am Rhein gehört ihre Plastik „Douceur“ im Schlaufenkreisel neben der Insel zur Galerie Hauptstraße, auf der Künstler*innen der Region entlang der Hauptstraße Kunstwerke leihweise zur Verfügung stellen.

Maritta Lehmann Winter ist seit über zwanzig Jahren aktive Kunstschaffende. Seit 2007 stellt sie an internationalen Kunstmessen wie Art Prag, Europ’Art Genève, Salon des Beaux Arts Paris, Art Karlsruhe, Art Elisé Paris, Kunst Zürich und Kunstbiennale Venedig aus.

Zur eigentlichen plastischen Arbeit kam Maritta Lehmann Winter über mehrere Stationen. Die zunächst in Porträt- und Aktzeichnen gemachten Erfahrungen, vertiefte sie später, im Studium an der École Supérieur des Arts Décoratifs in Strasbourg. Verschiedene Weiterbildungen in der Malerei und Keramik und Bildhauerei folgten. Auch das keramische Arbeiten brachte entscheidende Anstösse. Es war vor allem die Fokussierung auf das Tun und die Erfahrung der inneren Zentrierung.
Die Formgebung lässt eine gewisse Spannung in den Linien entstehen. Dadurch wirken ihre Skulpturen und Reliefs dynamisch und schwungvoll.

Foto: zbV
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Luetzelschwab, Patrick (1976),Druckgrafik

Eine in Vergessenheit geratene Industriehalle, Gleise, Brücken, Bahnhöfe sind oft Bühne für urbane Außenseiter. Im Besonderen wissen es die Künstler der Graffiti-Szene, sich solche verlassenen Stätten als Wirkungsort zu eigen zu machen und stellen der starren, funktionslosen Monumentalität dynamische, knallbunte Schriftbilder entgegen. Patrick Luetzelschwab nimmt diesen Gegensatz der Wirkungen in seinen Arbeitsprozess direkt mit auf. Die Fotografie wird von Luetzelschwab mittels Siebdruck auf Leinwand, Holz oder Papier gezogen und im Folgenden malerisch bearbeitet. Es wird ergänzt und verschleiert, überarbeitet und entfremdet, verschoben und verzerrt. Die Idee eines Abbildens der Welt bleibt jedoch Grundlage aller Arbeit. Die Wahrheitsdebatte einer Realität spiegelnden Medialität wird hierbei ins Zentrum gerückt. Ist eine Fotografie durch ihren dokumentarischen Charakter wahr? Ist jedes Bildelement real? Die Antwort ist ja und nein.
Der Weiler Künstler hat 2020 den Markgräfler Kunstpreis erhalten.

Foto: Presse
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Mach, Heike, Malerin

Die gebürtige Bielefelderin hatte erste künstlerische Berührungspunkte mit ihrer Ausbildung als Musterzeichnerin in der Meisterklasse für Textilkunst an der Textilingenieurschule in Krefeld. Einige Jahre lang war sie dann als Muster-Entwerferin in Westfalen tätig. Ihre weitere Leidenschaft galt der Aquarell- und Kreidemalerei. Deshalb nahm sie auch an Mal- und Zeichenkursen an der Kunstakademie in Trier teil.

1964 zog sie mit ihrem Mann nach Weil am Rhein um. In einer Reihe von Ausstellungen in Weil am Rhein und der Region konnte sie ihre Arbeiten präsentieren. Heike Machs Bilder strahlen Harmonie, Wärme und Ruhe aus. Als Motive wählt sie vor allem Landschaften und Stilleben.

Masini, Giuseppe (1964), Violine und Objekt-Künstler

Giuseppe Masini ist in Rom geboren und aufgewachsen. Er hat das “Liceo artistico Caravaggio” (Kunst-Gymnasium) besucht und gleichzeitig das Geigen-Studium abgeschlossen. 1989 ist er nach Basel umgezogen und versieht eine Teilzeitstelle von 75 % als Geiger am ersten Pult des Sinfonieorchesters Basel. Nach 2010 widmete er sich wieder ausführlich seinen künstlerischen Talenten. Seit 2019 hat er ein Atelier im Kesselhaus. Sein künstlerisches Hauptthema sind Vasen und Keramik-Skulpturen.

Mayer, Sabine (1969), freischaffende Grafikerin und Malerin

Sabine Mayer, geboren 1969 in Lörrach, hat von 1991 bis 1997 an der Kunstgewerbeschule Basel studiert und die Grafikfachklasse mit Diplom abgeschlossen. Seit ihrem Abschluss wohnt und arbeitet sie in Weil am Rhein/Friedlingen als freischaffende Grafikerin und Malerin. Ihre grafischen Arbeiten zeichnen sich durch klare und prägnante Form- und Farbgebung aus. Für Weil am Rhein gestaltete sie u.a. das Autobahnschild, bei Grafik- und Kunstwettbewerben hat sie Preise gewonnen. Zuletzt war sie 2020 mit einem Werk am Corona-Mosaik im Markgräfler Museum in Müllheim beteiligt. Einblicke in ihre grafischen sowie ihre künstlerischen Arbeiten gibt es auf www.mayergrafik.de

Sabine Mayer
 

Meckel, Christoph (1935-2010) Schriftsteller und Grafiker

Christoph Meckel betonte immer, dass sein über 60 Jahre andauerndes künstlerisches Wirken sich in zwei Biografien aufteilen würde – als Schriftsteller und als Grafiker. In Berlin geboren, aufgewachsen in Freiburg, studierte er mehrere Semester Malerei und Grafik. 1956 veröffentlichte er zum ersten Mal mit „Tarnkappe“ eigene Gedichte mit Grafiken. In den Sechzigern lebte er sieben Jahre lang im Ötlinger Ochsen, weil er die Nähe zu Basel und künstlerischen Freunden und Weggefährten schätzte. Danach führten ihn Reisen nach Nigeria und in den Senegal, anschließend waren Korsika, die Toskana, im Sommer Südfrankreich und im Winter Berlin seine Stationen. Dazwischen hatte er mehre Gastprofessuren in den USA. Die Schaffenskraft des rastlos eigenwilligen Künstlers war enorm.

Sein grafisches Werk rankte sich hauptsächlich um die 1600 Radierungen umfassende „Weltkomödie“, bestehend aus zwölf Zyklen, Serien, Diptychen, Triptychen, Friese und Einzelblättern, an denen er fast 40 Jahre arbeitete. Er illustrierte unter anderem Ausgaben von Brecht, Voltaire und zur Allgemeinen Erklärung für Menschenrechte. Sein umfangreiches literarisches Werk umfasst Lyrik, Prosa und Essays. Er nahm sich das Recht heraus, zu träumen. In seinen Gedichten und Erzählungen finden sich Traumgeschöpfe, schräge Vagabunden oder irrlichternde Weltenfahrer, die den finsteren Lauf der Geschichte aufzuhalten trachten.

Viel Beachtung fanden seine beiden Werke „Suchbild“ über den Vater, die eine Studie über die Vätergeneration in der NS-Zeit war und die, wie er sich ausdrückte, ungeliebte Mutter. Eine Eigenart von ihm war, dass er ständig etwas zu Papier brachte, das dann auf Stapeln, in Kisten oder Schubladen ruhte und irgendwann zufällig oder gewollt, weil die Zeit reif dafür war, von ihm wieder aufgegriffen wurde und den Weg in die Öffentlichkeit fand.

Wie zum Beispiel die „Kirschgarten-Verse“. Geschrieben während seiner Ötlinger Zeit, verstreut in „Zettelphilips unschätzbaren Kästen“, wieder gefunden und 1987 veröffentlicht. 2017 begibt er sich mit Herausgabe seines Werkes „Kein Anfang und kein Ende“ noch einmal auf eine große Zeitreise seines Lebens. Über das ein Dutzend Auszeichnungen, die ihm verliehen wurden wollte er überhaupt nicht reden, lediglich der ihm 2005 verliehene „Schiller-Ring“ der Deutschen Schillerstiftung war ihm wichtig. Den 2018 verliehene Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg bezeichnete er bei der Übergabe in Hausen als den schönsten auch vielleicht, weil er 38 Jahre nachdem er sich vom Vater lossagte, der ihn 1966 ebenfalls erhielt, ihm diese Ehre zuteilwurde. Meckel war Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und bis 1997 Mitglied des PEN-Zentrums. Die rund 20 letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in seiner Heimat im Freiburger Umland und in Berlin.
Foto: Monika Merstetter
Foto: Monika Merstetter
 

Morandi, Brunone, Architekt, Designer, Objekt- und Performance-Künstler

Brunone Morandi ist schon seit vielen Jahren einer der Künstler im Kesselhaus, die immer wieder für Überraschungen sorgen. Es geht um Kommunikation. Bei seinem Design-Doppelsitz „talk to me“ oder seinen Performance-Ideen, in deren Genuss man immer wieder bei den Tagen der offenen Tür im Kesselhaus kommen kann. Text und Ton tragen einander. Wenn den auf Seil gespannten oder in Spiralform am Boden ausgelegten Gedichtblättern nachgespürt wird – oder den langsam verschwindenen Wörtern auf Textbändern. Sogar, wenn unvermutet zu nachtschwerer Stunde seine kräftige Singstimme durch das Kesselhaus schallt: ästhetisches Design, offensichtliche Dualität. „Weil am Rhein mit seinem Slogan ,Stadt der Stühle’ schien prädestiniert für mich zu sein!“, sagte Morandi nach einer Performance. Das erstgefertigte Schaustück im Atelier besticht heute noch, als prominent angepinnte Balkenskizze mit filigran gezeichneter Figürlichkeit, die trotz aller Handarbeit. Beim Kunstsymposium 2009 im Dreiländergarten wird visuell zur Kommunikation eingeladen, durch den gemeinsam gesetzten Bogengang samt mittigem, viel diskutierten Objekt. Phantasien anregen, Wirkung erzeugen, Material thematisieren und Gegensätze objektivieren….wo über das Material gerätselt wird. Und ohne den feinen Spürsinn für Ursprüngliches und Tradition außen vor zu lassen: „Ich wähle sorgfältig: etwa eine schottische 850-jährige Eibe, oder Bestände aus Ungarn und Frankreich für die mehrschichtigen, veredelten Stuhlfurniere. Und hierfür“, zeigt er auf ein Relief über der Eingangstür, „jahrzehntealte, gelagerte Holzstäbe der einstigen Pfeifenfabrik meines damaligen Schweizer Wohnorts“.

Ein Bekenntnis zu Berzona, „dem steingedeckten Tessiner Dorf meiner Ahnen.“ Von Zürich aus führten viele Wege nach Weil am Rhein. Nach Abwendung vom Medizinstudium den des alleinerziehenden Vaters, über Architektur und Design zur Kunst. Stets innovativ wie Autodidakt, selbst im poetischen wie musikalischen Ausdruck. Seinen Weg pflastern viele ungewöhnliche Ereignisse. So war er Vermieter eines Studios in Kleinlützel, das sein Freund Bruno Manser just in der Zeit genutzt hat, als ihn viele Reisen zum Volk der Penan führten. Im Jahr 2020 wurde ein Film über den Basler Naturschützer und Friedensaktivisten gezeigt. Brunone Morandi gehört auch zu den Künstlern, die sich überaus achtsam und engagiert in allen Bereichen des Kulturzentrums Kesselhaus einbringen.

Foto: zbV
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Pfannmüller, Hans (1916 - 1989), der „Humorist des Zeichenstifts“

Hans Pfannmüller, einer der bedeutenden deutschen Karikaturisten, hatte sein Ruhestandsdomizil in Ötlingen. Geboren 1916 in Darmstadt studierte er nach dem Besuch des Düsseldorfer Humboldt-Gymnasiums an den Kunstakademien Düsseldorf und München Malerei, Grafik, Dramaturgie und Kunstgeschichte. Nach der Soldaten- und Kriegszeit kam Pfannmüller nach Weimar, da seine Eltern während des Krieges dorthin evakuiert wurden. Dort wurde er Dozent für figürliches Zeichnen an der Kunsthochschule, Fachlehrer an der Thüringischen Meisterschule und Mitarbeiter am Nationaltheater.

Da er sich als Künstler außerstande sah, den politischen und kulturellen Zwängen der DDR zu folgen, traf er seine sehr persönliche Entscheidung und floh 1950 nach Düsseldorf, um sich dort als Freischaffender bis 1974 zu verwirklichen. Anschließend arbeitete der "Humorist des Zeichenstifts" bis 1981 in Bruchsal, wo von ihm jede Woche eine Karikatur in den Badischen Neuesten Nachrichten veröffentlich wurde.
Nach dem Tod seiner ersten Frau fand er nach langem Suchen in Ötlingen die ideale Wohnung mit Atelier. Hier wirkte er als Freischaffender für Verlage und als Dozent in der Erwachsenenbildung. Über sein Schaffen auf den Gebieten der Karikatur, Porträts, Illustrationen und Grafiken hinaus, arbeitete er als freier Mitarbeiter auch für Buch-, Zeitschriften- und Zeitungsverlagen. Ausstellungen, Vorträge im In- und Ausland und verschiedene Lehraufträge rundeten sein weites Tätigkeitsfeld ab.

Ein hohes Maß an Einfühlsamkeit war seine große Stärke. Viele Prominente, die ihm oft auch durch persönliche Freundschaft verbunden waren, fühlten sich von ihm in den Karikaturen verstanden. Darunter so berühmte Leute wie Gert Fröbe, Sammy Davis jr., Konrad Adenauer oder Ronald Reagan. In zahlreichen Ausstellungen, wie in Weimar, Düsseldorf, Speyer, Schramberg, Göttingen, Basel, Karlsruhe, Bonn, Lörrach und auch im Weiler Stapflehus konnte seine Zeichenkunst bewundert werden.
Arbeiten von Pfannmüller sind in europäischem sowie überseeischem Privat- und Museumsbesitz. Über seinen Beruf sagte er: "Der Porträtkarikaturist hat das Typische aus einem Menschen herauszuholen und es zu steigern."

Bis zu seinem Tod im März 1989 lebte der Künstler Hans Pfannmüller mit seiner zweiten Frau Friedel van Bebber-Pfannmüller in Ötlingen. Das Markgräflerland war ihm so zur Heimat geworden. Zur letzten Ruhe wurde er auf dem Ötlinger Friedhof geleitet - das Grab liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Ruhestätten von Hermann Daur und Karl Rösch.

Foto: zbV
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Rothbrust, Dorothee (1953), Bildhauerin, Künstlerin

Dorothee Rothbrust wurde 1953 in der Eifel geboren und ist dort aufgewachsen. Sie absolvierte die Kunsthochschule in Köln, studierte dazu Mode und arbeitete als Kunstdozentin auf Sylt. Dann lernte sie beim anthroposophischen Seminar in Wangen im Allgäu ihren Mann Rolf Müller kennen. Er ist Schweizer Philosoph und Musiker und teilt sich mit ihr zwei Atelier-Räume im Kesselhaus. Denn der Liebe wegen zog Dorothee Rothbrust in den Neunzigerjahren ins Grenzgebiet und machte sich selbständig.

Ihre Stärke scheint auch den feingliedrigen Frauenbildern innezuwohnen, die einem Atelierraum keck von Papierfahnen blicken und den Statuetten in satter Kunstfertigkeit schwesterlich die Hand reichen. „Alles Lotterweiber!“, greift die Künstlerin jenes aus der Heimat so positiv behaftete Synonym für starke, eigenständige Frauen auf: „Es ist auch die Geschichte meiner Tante, Mutter dreier Kinder, die jung ihren Mann verlor und sich gegen die damalige Konvention, rasch wieder zu heiraten, entschied. Sie kämpfte sich erfolgreich durch und beeindruckte mich sehr. So wollte ich auch werden!“

Menschen zu verstehen und in künstlerische Ausdrucksformen umzusetzen, fasziniert Rothbrust immer wieder aufs Neue. Sie findet ihn auch in der Sprache der Füße. „Wie Augen können auch Füße nicht lügen. Stehen Füße nach innen, hat das eine andere Aussage, als wenn sie nach außen gerichtet sind. Darum gestalte ich die Füße meiner Skulpturen immer beweglich.“

Aus Akazienholz formt sie ihre Figurinnen – die Körpersprache, die Haltung des Kopfes und die sparsame Gestik. Die Gesichter ihrer Lotterweiber werden glättet mit der Schleifmaschine. Ihre Lotterweiber werden bei ihr selbstständig und suchen sich den Menschen aus, mit dem sie weitergehen. „Dann bekommen sie von den Menschen oft auch Namen,“ erinnert sich die gefragte Künstlerin, die in Galerien zwischen Basel, Zürich, Ascona und in der weiteren südbadischen Umgebung häufig ausgestellt hat. In Weil am Rhein war eine „Familie“ im Dreiländergarten vor der Grün99 aufgestellt worden, die über den See lief. Geblieben ist heute noch eine Figur. Eine neuere Figur bereichert die „Galerie Hauptstraße“ und zwar im Läublinpark.

Ihre vielfarbige Oberfläche, ihre Gesichter, ihre mal kessen, mal eleganten Kleider erhalten die Figuren durch Temperamalerei. Mit dieser altmeisterlichen, häufig in der Renaissance angewandten Mischtechnik verleiht sie ihren Frauenbildern auf Holz und Japanpapier die besondere Leuchtkraft. Die Farben stellt Rothbrust aus fein gemahlenen Edelsteinen und Halbedelsteinen, Eidotter, Öl und dem Bindemittel Gesso selbst her.
Auf ihren Bildfahnen auf durchscheinendem Japanpapier zeigen sich ihre Lotterweiber von zwei Seiten und geben der Persönlichkeit Transparenz. Auf der einen Seite sind die Linien zu sehen, mit denen die Künstlerin zunächst mit Kohle nach der Körperhaltung, nach dem Inneren des Menschen gesucht hat. Die andere Seite, die geglättete, die vollkommen ausgestaltete, zeigt die Wirkung nach außen.

Foto: zbV
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Rösch, Karl (1912 – 2001), Maler

Der Ötlinger Maler Karl Rösch wäre heute 100 Jahre alt geworden / Grenzenloser Optimist und Autodidakt mit sozialem Anspruch und gesellschaftlichem Engagement.
Er war ein Überlebenskünstler und ein grenzenloser Optimist. Einer, der nicht viel Aufhebens um seine Person machte, sich aber in der Öffentlichkeit engagierte: Karl Rösch, einer aus der Ötlinger Malergilde, wurde heute vor 100 Jahren, am 6. August 1912, in Wintersweiler geboren.

In seiner Heimatgemeinde kam der junge Karl erstmals in Kontakt mit der Malerei: Wenn Hermann Daur dort malte, schaute er ihm über die Schulter. Insofern war Daur sein einziger Lehrer, ansonsten brachte sich das Naturtalent Rösch das Malen selbst bei. Sein erstes Bild schuf er im Alter von 13 Jahren, es hängt im Rathaus von Wintersweiler, mit 16 verkaufte er erstmals eines seiner Werke.

Indes: Einen "ordentlichen" Beruf musste er schon erlernen, und so absolvierte Karl Rösch in Lörrach eine Sattlerlehre, sollte er doch später die Sattlerei seines Vaters übernehmen. Im Zweiten Weltkrieg geriet er in russische Gefangenschaft, und dort half ihm die Malerei zu überleben. Mit Kohle fertigte er Zeichnungen, für die er teils sogar einen kleinen Obolus erhielt.

1949 kehrte er aus Russland zurück, im Februar 1950 heiratete er seine Verlobte Liesel Koger und zog ins Haus der Schwiegereltern nach Ötlingen. Er führte die Landwirtschaft, engagierte sich etliche Jahre im Gemeinderat und war Zweiter Vorsitzender des Gesangvereins.

Dennoch fand er auch noch Zeit zu malen. Das Markgräflerland und seine Landschaften hatten es ihm angetan, er malte es meist in sanften Pastelltönen. Dabei war er weit mehr als ein Heimatmaler. Er verarbeitete in seinen Bildern die eigenen Kriegserlebnisse ebenso wie die atomare Bedrohung und die Zerstörung der Umwelt. Insbesondere in den 1970er-Jahren entstand eine Reihe beeindruckender expressionistischer Werke mit apokalyptischen Zügen. Einige davon hängen jetzt noch im Haus bei Sohn Dieter, der diese Bilder auf keinen Fall hergeben wird. Zu Lebzeiten verkaufte der Autodidakt seine Bilder in die ganze Welt, und das zu sozialen Preisen. "Er wollte, dass sich jeder ein Bild von ihm leisten konnte", erinnert sich Dieter Rösch.

Die Malerei, aber auch das Schreiben und die Arbeit im Weinberg, halfen Karl Rösch auch Schicksalsschläge zu überwinden, zum Beispiel den Tod seiner Frau 1988. Er selbst überwand die Tuberkulose und lebte 25 Jahre mit Kehlkopfkrebs, wobei er nur noch flüstern konnte. Und auch wenn das Herz mit den Jahren nachließ, erklomm er noch mit 87 Jahren die Leiter im Kirschbaum und half bei der Weinlese.

Seine letzten Bilder entstanden noch kurz vor seinem Tod am 25. Februar 2001, wobei er bereits die Pinsel für Öl und Aquarell verwechselte. Auch diese Bilder hält Sohn Dieter in Ehren. Sie werden aber, ebenso wie viele andere, im September bei einer Gedächtnisausstellung in der Ötlinger Dorfstube zu sehen sein.

Der Karl-Rösch-Brunnen in Ötlingen steht an der Kreuzung von Dorf- und Käferholzstraße und trägt den Namen des Künstler Karl Rösch. Der in Wintersweiler geborene Rösch hinterließ zahlreiche Kunstwerke, vor allem Ölbilder, Aquarelle und Tuschezeichnungen. Viele davon zeigen Motive aus der Region. Sein vermutlich größtes Bild, die Ötlinger Ortsansicht von der Tüllinger Seite her, musste er aufgrund der Ausmaße im Schopf bei den Hühnern malen. Heute befindet es sich im Kameradschaftsraum der Freiwilligen Feuerwehr Ötlingen. Neben der Kunst schrieb Karl Rösch, unter anderm das Büchlein "Zwüsche gester un morn", Gedichte und Kurzgeschichten in alemannischer und schriftdeutsche Sprache.

Foto: zbV
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Schaub, Sigrid (1945), Grafik und Malerei

Sigrid Schaub, langjährige Mitarbeiterin des Weiler Kulturamtes, wo sie bis zu ihrem Ruhestand Kunstausstellungen in der Städt. Galerie Stapflehus und viele Ausstellungen im Museum Weiler Textilgeschichte organisierte und kuratierte, lebt und arbeitet in Märkt.

Sie gehört zu den Kunstschaffenden in der Region, die sich stilistisch nicht einordnen lassen, gleichwohl in all ihren Werken eine unverkennbar eigenständige künstlerische Handschrift offenbaren. In den vergangenen Jahren widmete sie sich vermehrt subtilen Farbstiftzeichnungen, die sich auf die Natur fokussieren. Wobei besonders die aktuellen Insektenbilder als Tuschezeichnungen auf Transparentpapier ins Auge fallen. Die Motivation zu ihren naturalistischen Arbeiten: die Schönheit und Feinheit der einzelnen Objekte für den Betrachter sichtbar zu machen.

Immer wieder dient auch die Literatur Sigrid Schaub als Inspirationsquelle für ihre Bilder und Collagen, die durchaus zeitkritisch sind und fokussieren. Als gelernte Schriftzeichnerin
verwendet sie naturgemäß auch immer wieder Schrift und skripturale Elemente in ihren Arbeiten. Ihre Werke gewinnen meist erst während des kreativen Prozesses ihre gültige Gestalt, was mitunter ein völlig anderes Ergebnis zeigt als das ursprünglich konzipierte. Ihr bevorzugtes Material ist das Papier, wie in ihren präzisen und linearen Papercut-
oder Papierschnittarbeiten zu sehen ist.

Foto: zbV
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Scheurer, Volker (1963), Bildhauer

Nach einer Bildhauerlehre und dem Besuch der Fachschule für Steingestaltung in Freiburg im Breisgau, die er mit dem Meistertitel als Bildhauer abschloss, ist Volker Scheurer seit 1990 als freischaffender Bildhauer tätig.
Zugleich arbeitete Scheurer auch als Ausbilder und Dozent; von 1994 bis 2000 gab er sein Wissen als Leiter der Bildhauerei beim größten Natursteinwerk der Nordwest-Schweiz weiter, von 1998 bis 2000 wirkte er als Fachdozent an der Waldorfschule Schopfheim. Darüber hinaus ist Scheurer in verschiedenen Gremien aktiv; als Mitglied im Süddeutschen Arbeitskreis „Gestalten in Stein“, der Initiative „Kunst und Raum“ (Basel) und des Fördervereins Junge Kunst widmet er sich der Förderung des Nachwuchses und der Bildhauerei überhaupt.

Scheurers umfangreiches Werk ist in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gewürdigt worden; Großskulpturen aus seiner Hand zieren zahlreiche öffentliche Plätze. Charakteristisch für ihn sind Skulpturen in reduzierter, schlanker Form und eine immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper, wobei er gerne auf geometrische Grundformen zurückgreift. Scheurer arbeitet in Stein (vorzugsweise Basalt-Lava), Holz, Bronze … und er arbeitet in Eis: Bereits mehrfach hat er an Wettbewerben teilgenommen, bei denen im japanischen Naroyo Eiskünstler aus vielen Nationen gegeneinander antreten und sich dabei auch dort einen Namen gemacht. So wurde er vor einiger Zeit von den Stadtvätern Naroyos gebeten, sich an der Gestaltung eines Straßenzuges im Park der Universität der japanischen Kleinstadt zu beteiligen.

Seine Skulpturen entwickelten sich im Laufe der Zeit von naturalistischen Steinfiguren zu abstrakten Formen aus den unterschiedlichsten Materialien. Sein kleinstes Werk misst gerade mal 3 Zentimeter, sein Größtes 17 Meter.
Aktuell setzt sich sein Spektrum aus einigen selber entwickelten Grundformen (z. Bsp. Torso Femin, Organic Formes, Crossing Lines oder Spirit Heads) zusammen, die mit dem jeweils geeigneten Material (z. Bsp. Bronze, Beton, Kunststoffe oder eigenen Materialrezepturen) erschaffen werden. Daneben erstellt Volker Scheurer auch Wandobjekte und beschäftigt sich mit Schneeskulpturen.

Nach der Landesgartenschau „Grün99“ übernahm Volker Scheurer 2001 das Mischwerk, das im Auftrag der LGS GmbH zur „begehbaren Kunstskulptur“ und zum Ausstellungsgebäude umgewandelt worden war. Seither hat Scheurer das Gebäude als Atelier-, Galerie- und Wohngebäude umgebaut. Als „Kieswerk“ wurde es Namensgeber und Kulisse für das städtische Festival „Kieswerk Open Air“, das vom Kulturamt seit 2001 in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kieswerk und weiteren Partnern organisiert wird. Volker Scheurer und seine Frau Ania Dziezewska, eine aus Danzig stammende Künstlerin, haben in den beiden Jahrzehnten seit der Übernahme des Gebäudes auch zahlreiche Veranstaltungen organisiert wie Performance- und Musikfestivals unter verschiedenen Namen wie z.B. „Motion“.
In Weil am Rhein stehen auf dem Gelände des Kieswerks sowie an verschiedenen weiteren Orten Plastiken von Scheurer: am Ortseingang aus Tüllingen kommend die Figurinen-Gruppe „Zum Himmel her“, beim Kant-Gymnasium der Wettbewerbs-Erfolg „Die im Dialog“ und an der Hauptstraße „RESPECT“.

Foto: Tonio Paßlick
Foto: Tonio Paßlick
 

Schultze-Trautmann, Susanne (1949), Malerin

Bei der aus Stetten stammenden Susanne Schultze-Trautmann erkannten bereits die Lehrer ihr künstlerisches Talent. Seit 1993 ist sie als freischaffende Künstlerin und Farbtherapeutin tätig. Sie erlernte zuerst den Beruf der Zahntechnikerin. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule 1992 in Basel folgte 1994 die Ausbildung zur Farbtherapeutin am Internationalen Mandel-Institut in Luzern. Auf ihrer Suche nach dem eigenen Stil belegte sie Seminare bei vielen anerkannten Künstlern in verschiedenen Techniken wie Radierungen, moderne Malerei, Kohlezeichnungen, Akt- und Portraitkunst, anthroposophische Farbtechniken, figürliches Modellieren, und Bildsteinhauerei. Das führte dazu, dass sie nicht nur intensiv farbenfrohe Acryl- und Ölbilder auch in verschiedenen Mischtechniken anfertigt sondern sich auch mit Ton beschäftigte.

Hauptsächlich stellte sie unglasierte Skulpturen her, deren Hauptmotiv der menschliche Torso ist. In ihren Bildern finden sich immer wieder figurative Umrisse von Menschen, einzeln oder in Gruppen. Ihrem Temperament entsprechend in intensiv leuchtenden Farben, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. Genauso hat sie auch die bekannte Weiler Dreiländerbrücke sehr stilvoll in verschiedenen Werken festgehalten. An unzähligen regionalen Ausstellungen waren ihre Arbeiten zu sehen, dabei waren 200 bis 300 Vernissagegäste keine Seltenheit. Auch überregional in Frankreich und in der Schweiz war sie an Einzel und Gruppenausstellungen beteiligt.

Dabei erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Markgräfler Kunstpreis. In ihrem Haus an der Albert Schweitzer Straße, wo sie seit vielen Jahre Malunterricht mit immer ausgebuchten Kursen abhält, eröffnete sie 2006 die Galerie „Passione dell‘ Arte“, um ihr reichhaltiges Schaffen entsprechend präsentieren zu können. Nicht nur im privaten Bereich
hängen ihre Werke, in zahlreichen öffentlichen Gebäuden sind großformatige Bilder zu finden, die eindeutig ihr zuzuordnen sind. Auch im Art-Dorf Ötlingen ist sie dauerhaft vertreten.

Foto: zbV
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Schwörer, Johann Friedrich (1833-1891), Maler

Einer der bedeutendsten Weiler Künstler des 19. Jahrhunderts war der Historienmaler Johann Friedrich Schwörer. Mit 14 Jahren begann er bereits ein Studium an der Münchner Kunstakademie. Er arbeitete zielstrebig und hart, genoss aber auch das Leben in der Großstadt, war gesellig und erschloss sich so viele Freund- und Bekanntschaften. 1852 ging er für ein Jahr nach Paris zu Leon Cogniet an die Ecole-des-Beaux-Arts. Danach folgten Studienreisen durch Österreich. 1856 schuf Schwörer eine Illustration zu Johann Peter Hebels „Geisterbesuch auf dem Feldberg“, die die Begegnung mit dem „Dängelegeischt“ zeigt. Diese schenkte er später Großherzog Friedrich I. von Baden, zu dem er gute Kontakte pflegte.

Obwohl er sich letztlich mit seiner Familie in München niederließ, blieb seine Verbundenheit zur Heimat immer eng. So war auch Sophie Enderlin, die er 1859 heiratete, eine Weilerin. Neben seiner künstlerischen Haupttätigkeit bewirtschaftete er mehrere Häuser in der Münchner Innenstadt. Mit dieser Geschäftstüchtigkeit gehörten die Schwörers zur gehobenen Mittelschicht. Der eifrige Maler illustrierte die Dramen Shakespeares und zeichnete die gesamte Prachtausgabe zu Schillers Schauspiel „Wilhelm Tell“. Schwörer arbeitete unter drei bayrischen Königen: der erste war Ludwig I. und der zweite Maximilian II., von dem er den Auftrag erhielt, an den Innenräumen des Bayrischen Nationalmuseums mitzuarbeiten, des heutigen Völkerkundemuseums. Der dritte König war der Märchenkönig Ludwig II. Von 1870 bis 1876 bekam Schwörer den Auftrag, als Mitarbeiter von Friedrich Pecht in Konstanz, den oberen Saal des Konzil-Gebäudes mit Fresken auszuschmücken. Erhalten geblieben sind nach der Restaurierung von 1970 fünf Fresken Schwörers. 

Das letzte öffentlich vorgestellte Ölgemälde war 1883 im Münchner Glaspalast an der Internationalen Kunstausstellung zu sehen. In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts geriet die Historienmalerei immer mehr ins Abseits. Die Kunstentwicklung wandte sich völlig neuen Sujets zu. Schwörer wollte sich jedoch dieser Entwicklung nicht anpassen und malte fortan nur noch für sich und seine Familie. Durch sein geschäftliches Talent war er finanziell unabhängig. Obwohl nie krank starb er am 25. März 1891 plötzlich an Herzversagen. Schwörer legte den Grundstock zum Bau des ersten Kindergartens im alten Dorf Weil (Eisenbahnstraße), indem er für den Kleinkinderschulbaufonds 1.500 Mark stiftete.

Gemälde: Selbstportrait
Gemälde: Selbstportrait
 

Sterzl, Ilse (1944), Malerin

Ilse Sterzl, die von 1970 bis 1980 in Haltingen wohnte, ist als Mensch und Künstlerin eine Grenzgängerin - vom Naturalistischen zum Abstrakten, von Baden nach Württemberg, von der Schweizer Grenze zur österreichischen, bis hin zur ungarischen, von der Kunstgewerbeschule Basel zum Atelier in Wangen im Allgäu. In Sichtweite der Alpen entstanden seit ihrem Umzug nach Wangen im Allgäu Gefühlswelten aus Farbe und Form, die alles sind, nur eins nicht: flach.

Die gebürtige Freiburgerin studierte Kunsterziehung an der PH Freiburg, belegte neun Semester an der Kunstgewerbeschule Basel. Aber auch nach dem Umzug nach Wangen im Allgäu (verursacht durch die berufliche Veränderung ihres Ehemanns Herbert) blieb sie der Wahlheimat verbunden, was sich auch in verschiedenen Aufträgen niederschlug – wie der Gestaltung von Weinetiketten der WG Haltingen von 1991 an oder der Titelbild-Gestaltung des Haltinger Mitteilungsblatts. Ihre Bilder werden häufig mit Bleistift-Skizzen strukturiert und mit Aquarell-Farbe ausgestaltet.
Lavierte Tusche-Zeichnungen, Radierungen, Acryl und Tempera bilden die wichtigsten Techniken von Ilse Sterzl.

Ausstellungen mit ihren Arbeiten waren in vielen Orten der grenzüberschreitenden Region zu sehen: bereits 1977 in Weil am Rhein, ein Jahr später in Zell im Wiesental und Efringen-Kirchen, 1979 in Hüningen und 1980 im Grenzacher Schlößli. 1987 nahm sie an einer Ausstellung des Weiler Kunstvereins teil, dem sie verbunden geblieben war, auch 2000 waren wieder Bilder von ihr in Weil zu sehen. Seit 1981 mehrten sich Ausstellungen im Allgäu. 1988 kamen Titelgestaltungen und Illustrationen von Büchern zu ihrem Werk hinzu. 1989 wurde ihr der erste Elztäler Kunstpreis verliehen.

Foto: zbV
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Tofahrn, Niels (1963), Bildhauer, Installationskünstler

Niels Tofahrn wurde 1963 in Rastatt geboren. Nach der Ausbildung zum Steinbildhauer und einigen Semestern Kunstgeschichtsstudium arbeitet Niels Tofahrn vor allem als Bildhauer, Zeichner und Installationskünstler.
Seit 1991 ist er in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Übersee vertreten. Unter anderem Regionale Basel, L6 Freiburg, Kunst am Wasser in Bern, Galerie Stahlberger in Weil am Rhein, Markgräfler Museum in Müllheim, Art Karlsruhe, Sculpture by the Sea in Perth, Salon Mondial Basel, Vögele Kulturzentrum in Pfäffikon, Hans Erni Museum in Luzern.

1993 war er Preisträger für ein jüdisches Denkmal im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald. 2013 erhielt er den Markgräfler Kunstpreis.

Foto: zbV
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Veith, Elisabeth (1964), Grafik-Designerin, Malerin

Elisabeth Veith arbeitet parallel als Grafik-Designerin, Künstlerin im Kesselhaus und Ausstellungsgestalterin / -kuratorin.
Als Grafik-Designerin liegen ihre Vorlieben bei Verpackungsdesign und räumlichen Gestaltungen wie Ausstellungen oder Messeständen. Wobei natürlich auch jegliche Printprodukte zum Alltag der seit 1996 selbständig arbeitenden Designerin gehören.

Im Kontrast zur branchenüblichen Computerarbeit liebt sie bei der künstlerischen Arbeit im Atelier das direkte Schaffen mit Material und Farben. Die Dinge richtig in der Hand zu haben, die Farbe bis zum Ellenbogen ankleben zu haben wenn sie in ihrem Bottich mit Kleister die unterschiedlichsten Papierarten und Materialien bearbeitet und zusammenfügt. Falten und Strukturen die sich dabei ergeben betont sie mit Vorliebe und freut sich, daß auch Licht- und Schattenspiele ihren Reliefs und Objekten eine weitere Komponente hinzufügen. Den ersten Impuls zu dieser Technik hatte sie 1993.
Die Holzbilder, die sie seit 2005 entwickelt, faszinieren sie durch die Muster und Strukturen die im Material vorhanden sind. Diese betont und bearbeitet sie mit teils lasierenden, teils deckenden Farben, spachtelt, schabt, schleift so lange, bis das flach bleibende Bild eine dreidimensionale Wirkung bekommt.

Ihr Ziel beim künstlerischen Schaffen ist immer, den Kopf außen vor zu lassen und dem Gefühl zu folgen. Sie läßt sich dabei gerne von Material und Überraschungen leiten, immer offen für Eindrücke, die sich innerlich sammeln – ob auf Reisen, beim Wandern, beim ersten Blick nach dem Wetter am frühen Morgen, bei Begegnungen, beim Betrachten des täglichen Lebens. Phasenweise „entladen“ sich die Eindrücke in intensiven Sessions.

Das Ergebnis ist ein Angebot an die Betrachter, sich darauf einzulassen, nachzuspüren und in Kontakt mit eigenen Gefühlen zu kommen, die eigenen Bezüge und Interpretationen zu finden.

Elisabeth Veith arbeitet seit 2003 in ihrem Atelier im Kesselhaus. Seit 1989 zeigt sie ihre Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Ihre Ausstellungen erregen die Aufmerksamkeit sowohl von den Werken, als auch von deren Arrangement im Raum. So ist sie seit den 2010er Jahren außerdem freischaffend als Kuratorin und Ausstellungsgestalterin für verschiedene Auftraggeber tätig.

Seit 2013 ist sie verantwortlich für die Galerie „Kunst im Markt“, bei Hieber in Lörrach, wo sie zwei- bis dreimal jährlich, interessante Ausstellungen komponiert. Vor allem die Bezüge in Werken völlig unterschiedlicher Künstler*innen arbeitet sie heraus und präsentiert überraschend harmonische Gesamtschauen.

Das Kulturamt in Rheinfelden (Baden) engagierte sie von 2015 bis zum Corona-Sommer 2020 als Kuratorin und Gestalterin für über 25 Ausstellungen an bis zu drei verschiedenen Ausstellungsorten mit unterschiedlichem Flair (Rathaus-Galerie, Schauraum, Haus Salmegg).
Dabei handelte es sich um ganz verschiedene Kunstrichtungen und Themen von Gruppen oder Einzelkünstlern, aber auch um Sonderfälle wie „Kunst trifft Klima“ wo eine Kombination aus Information mit Kunst an vier unterschiedlichen Orten jeweils neu arrangiert werden mußte oder den Rheinfelder Beitrag zum Thema „Zeitenwende 1918/19“ (Fritz und Arnold Schneider – wie die Kunst nach Rheinfelden kam), eine Ausstellung im Rahmen des Netzwerk Museen. Bei diesem kombinierte sie gekonnt geschichtliche Fakten mit Kunst.

Elisabeth Veith liebt die Vielfalt und die Abwechslung und die Begegnung mit unterschiedlichsten Menschen, Kulturen, Ansichten und Gegebenheiten. Daraus zieht sie viel Inspiration für ihr Schaffen, in jedem der Bereiche.

Foto: zbV
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Velten, Till (1961), Konzeptuelle Kunst, Audio- und Videoinstallation, Interview, Diagramm, Fotografie

Der in Wuppertal geborene Künstler Till Velten lebte lange in Weil am Rhein. Nach einer Fotografie- und Medienausbildung in Düsseldorf (1981–82) und dem Kunststudium an der Gesamthochschule Kassel (1982–84) schreibt sich Till Velten an der Kunstakademie Düsseldorf ein und studiert als Meisterschüler bei Gerhard Richter und Fritz Schwegler (1984–1992). Erste Beteiligungen an Gruppenausstellungen gehen in die Zeit des Studiums Anfang der 1990er-Jahre zurück und zeigen Veltens Arbeiten in der Kunsthalle Kiel, im Kunsthaus Hamburg und im Von der Heydt-Museum in Wuppertal. In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre kommen Einzelausstellungen im Dhont-Dhaenens Museum in Gent und in der Künstlerwerkstatt Lothringerstrasse in München sowie Gruppenausstellungen im Museum für Gestaltung in Zürich und in der Kunsthalle Basel hinzu.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts erhöht sich die Ausstellungstätigkeit markant; wichtige Stationen sind die Einzelschauen im Kunstverein Freiburg (2003), im Helmhaus Zürich (2006) und im Kunsthaus Zug (2007).
Seit den 1990er-Jahren unterrichtet Velten an verschiedenen Kunsthochschulen wie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel (1992, 1994–95, 2005), an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich (2005–06), an der Kunsthochschule Kassel (2006–07) und an der Hochschule Luzern – Design & Kunst (2005, seit 2008). Noch während des Studiums wird Velten mit dem Graduierten-Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen (1989), mit dem Kunstförderpreis der Stadt Hamburg (1989) und mit dem Projektzuschuss der Stiftung Kunstfonds in Bonn (1992) ausgezeichnet. Ab 2004 folgen weitere Stipendien des Kantons Basel-Stadt und ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn.

Veltens künstlerisches Medium ist das Gespräch. Wie ein Maler mit Pinsel und Leinwand, ein Bildhauer mit Meißel und Stein, ein Zeichner mit Bleistift und Papier, so vermittelt uns Velten die ihn umgebende Wirklichkeit im Gespräch mit unterschiedlichsten Personen: Ob er einen Pizzabäcker zur Gestaltung seines Restaurants, das Aufsichtspersonal eines Museums zum Verhältnis zu einem Kunstwerk oder einen Priester nach seiner Gotteserfahrung befragt, immer bergen die Antworten der Interviewten die Möglichkeit, die Sicht eines Einzelnen auf die Welt festzuhalten und die darin verborgenen Sinnkonstruktionen erfahrbar zu machen. Die im Laufe der Jahre auf gegen hundert Interviews angewachsene Sammlung umkreist unterschiedlichste Themen; seien es Fragen nach übersinnlichen Erfahrungen, inneren Visionen, unerklärlichen Leidenschaften, seien es Träume, Wünsche oder Hoffnungen. Im Löwensymposium (Konsumbäckerei Solothurn, 2000) bilden die Präparate einer Löwengruppe aus dem Naturhistorischen Museum in Solothurn den Ausgangspunkt für Fragen nach dem Verhältnis von Natürlichkeit und Künstlichkeit. In Spuk (Kunstverein Freiburg, 2003) bilden die Erkenntnisse eines Parapsychologen die Grundlage für eine Auseinandersetzung mit übersinnlichen Phänomenen. In Seelensysteme (Helmhaus Zürich, 2006) unternimmt Velten eine gross angelegte Recherche im Spannungsfeld zwischen Psychoanalyse und Theologie, und in Einzelsysteme (Kunsthaus Zug, 2007) schliesslich wird der Rohstoffhandel, der von Firmen mit Sitz in Zug gesteuert wird, in Gesprächen analysiert. Dabei spannt Velten ein sich immer feiner verzweigendes Netz von Themenfeldern, findet durch einen Gesprächspartner den Hinweis auf zwei weitere, folgt so den unsichtbaren Spuren eines Phänomens, um schliesslich überraschende Zusammenhänge aufzudecken. Dieses Geflecht von Bezügen findet seinen Niederschlag in Diagrammen, in denen Velten die vernetzte Struktur – einer Mindmap ähnlich – aufzeichnet und im installativen Kontext einer Ausstellung neben den als Audio- oder Videodokumenten aufgezeichneten Gesprächen erfahrbar macht.
Der Künstler, so seine Überzeugung, hat heute auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Das Werk Veltens ist von Joseph Beuys‘ Begriff der sozialen Plastik und von der Oral History beeinflusst.

Seit 2017 beschäftigt sich Velten mehr und mehr mit der Überführung seiner Gesprächsforschungen in das plastische Format des Gesangs, Performance und Geste.] In den gesamten Musikproduktionen seit 2017 spielt die von Velten und dem Kurator Simon Maurer geschaffene Kunstfigur „Peccu Frost“ eine entscheidende Rolle.
Quellen:

Voellmy, Markus Andreas (1954), Restaurator von Historischen Tasteninstrumenten

Mit Markus Voellmy hat ein Restaurator und Cembalo-Bauer seit 2017 ein Atelier im Kesselhaus bezogen, der seiner Arbeit genauso mit künstlerischer wie mit handwerklicher Finesse nachgeht. Von 1971 bis 1975 hat er eine Lehre als Hochbauzeichner absolviert, der er eine dreijährige Lehre als Klavierbauer folgen ließ. Zwischen 1978 und 1985 folgte eine Weiterbildung zum Cembalo-Bauer bei Meister Martin Scholz in Basel. Gleichzeitig begann er 1980, Holzschmuck zu entwerfen und herzustellen. Seit 1985 arbeitet Markus Voellmy selbständig als Klavier- und Cembalo-Bauer und Restaurator von Historischen Tasteninstrumenten. 1998 hat er an einer Gruppenausstellung in Allschwil teilgenommen. Zwischen 1996 und 2017 konnte er seine Lebensgrundlage als Museumstechniker im Spielzeugmuseum, Dorf- und Rebbaumuseum Riehen gestalten.

von Koeding, Sigi alias Dare (1968 – 2010), Graffiti-Künstler und Kurator

1990 war er der erste Sprayer in der Schweiz, der den Schritt in die Selbständigkeit wagte: Sigi von Koeding, der als einer der Graffiti-Künstler der ersten Stunde galt. Seinen Freunden Patrick Luetzelschwab und Stefan Winterle folgte der Schweizer in das Kesselhaus, weil er dort gute Voraussetzungen für seine künstlerischen Arbeiten sah. Unweit davon baute er für die Firma carhartt eine Graffiti-Galerie in einem kubischen Gebäude in Friedlingen auf, die als colab gallery internationale Bekanntheit erlangte.

Sigi von Koe¬ding war ein Graffiti-Pionier, der sich nicht nur in der Schweiz, sondern ¬weltweit einen Namen gemacht hatte. Unter dem Pseudonym Dare realisierte er an der «line» - wie die Basler Bahnhofseinfahrt in der Szene genannt wird, die ersten writings. Den ¬Namen hatte er sich bereits 1986 zugelegt, abgeleitet vom Englischen «to dare» für «etwas wagen» oder «sich getrauen».
Die Namensgebung passte durchaus zu seiner Lebens¬philosophie. Für die einen blieb das Sprayen ein Teil ihrer jugendlichen Rebellion, Sigi von Koeding verfolgte hingegen die Leidenschaft für Graffiti bis zu seinem Lebensende.
Nach seiner Lehre als Schriftenmaler ließ er sich als einer der ersten Sprayer in der Schweiz für die Gestaltung legaler Wand¬bilder in Form von Auftragsarbeiten engagieren und schuf somit einen neuen Ansatz. Ein Meilenstein in seiner Künstlerkarriere war sicherlich der Moment, als der Industrieerbe und Fotograf Gunter Sachs ihn anrief und ihm sowie dem Künstler «Toast» die Gestaltung eines überdimensionalen Wandbildes in seinem Schloss am Wörthersee in Auftrag gab.

Schon in den späten Achtziger-Jahren reiste Sigi von Koeding quer durch Europa, um an großen Wandgestaltungen mit internationalen Graffitikünstlern teilzunehmen. Diverse Arbeitsreisen nach München und Paris folgten. Im Sommer 1992, nach dem er für die Firma Multi Contact in Weil am Rhein in Zusammenarbeit mit Patric Clauss eine 160 Quadratmeter große Außenfassade gestaltet hatte, flog er für vier Wochen nach New York zu den Wurzeln der Graffiti-Kultur. Dort sprühte er mit der Graffitilegende POEM eine Wand in Brooklyn und kleinere Werke in der Bronx. Die gewonnenen Eindrücke wurden Inhalt seiner Arbeiten auf Leinwand.

Es folgten Auftragsarbeiten und Ausstellungen in der ganzen Schweiz, unter anderem das Theater-Tram der Basler Verkehrsbetriebe im Auftrag der Migros, künstlerische Gestaltungen von sämtlichen Filialen der City Disc AG in der Schweiz, Bühnenbilder für das Béjart Ballett in Lausanne, Plakatgestaltung für den Rollerpalast in Luzern mit schweizweitem Aushang, Bemalungen von Autowasch-Straßen und künstlerische Konzepte für verschiedene Diskotheken in der Schweiz. Zugunsten der Aidshilfe Schweiz wurden Arbeiten versteigert. Dann reiste er 1993 nach Los Angeles. Dort gestaltet er mit HEX, einem weltbekannten Graffitikünstler, den Hiphop- Shop an der Melrose Avenue. Es folgten Arbeitsreisen nach Amsterdam und Kopenhagen. Live-Darbietungen an Hiphop-Veranstaltungen, unter anderem. in Frankfurt, Dresden, Dortmund, Essen und Stuttgart.

Als Herausgeber veröffentlichte er die erste Ausgabe des Graffitimagazins AEROSOUL. Es folgte 1996 eine Ausstellung mit ausgewählten Graffitikünstlern und H.R. Giger an der ART Frankfurt. Große Wandgestaltung in Hamburg mit DAIM und HESH für die SAGA-Wohnbaugenossenschaft und eine 120 Quadrameter Wandgestaltung in Naestved, Dänemark mit CMP, SPIN und Mister Green. In St.Imier wurde er Gewinner des Graffiti-Wettbewerbes.
Seine internationalen Auftritte sind endlos: Gruppenausstellung „A Tribute to Style“, Kallmann Museum, Ismaning/München, 1997 die Bemalung einer 800 Quadratmeter-Wand in Hamburg-Altona im Auftrag der Sprinkenhof AG zum Thema Multi-Media in Zusammenarbeit mit 14 internationalen Graffitikünstlern, Gruppenausstellung „Aufstand der zeichen“, Toskanische Säulenhalle Augsburg, Live-Darbietung in Dunkerque.

Für das Läckerli-Huus zum Anlass von 555 Jahre Basler Läckerli malte er in Zusammenarbeit mit dem Künstler Coorpato zwei Kühe. Er ist Co-Autor des Buches „Swiss Graffiti“ zusammen mit Beat Suter, erschienen im Verlag Edition Aragon. Es folgten Live-Darbietungen in Ancona, Montpellier, Saarbrücken, München und Karlsruhe.
In Weil am Rhein gestaltete er vor der Grün 99 in Zusammenarbeit mit Patrick Luetzelschwab die Bahnhofsunterführung im Auftrag der Deutschen Bahn AG. Eine 120 qm große Außenwand in der Bronx/New York mit der FX Crew bemalte er bevor er an der.„Hidden Art of Hackney“, mit einer Einzelausstellung in London teilnahm.
Weitere Auftraggeber in den letzten Jahren waren die Städte Münchenstein, Saarbrücken, Locarno und Lausanne, Montpellier, Castello di Meletto in der Toskana, Barcelona, Braunschweig, Bern, Zürich, St.Gallen und viele andere. Live-Darbietungen in Turin, Mailand, Ausstellungen in Stockholm, Hamburg, Bern, Veröffentlichungen im Buch „Dare on Canvas“, im DEFRAG Magazin, dem Backspin Magazin, Mitgliedschaften bei Projekten, weitere öffentliche Aufträge und nicht zuletzt die Mithilfe bei der Gründung der Galerie K31 in Lahr folgten. Sigi von Koeding war einer der wenigen Künstler, die mit ihrem Bekanntheitsgrad von der Graffitti-Kunst leben konnten..

Durch seinen Freund und Künstlerkollegen Patrick Luetzelschwab kam Sigi von Koeding in Kontakt mit dem Kulturzentrum Kesselhaus, wo er sich nach eigener Aussage sehr wohl fühlte.
Bei der Gruppenausstellung in der Schweizer Botschaft im Jahre 2001 in London lernte Dare den in der Zwischenzeit zu einer Street-Art-Ikone ernannten Banksy kennen. Im darauffolgenden Jahr stellten sie gemeinsam mit weiteren namhaften Pionieren aus der Szene an der «Urban Discipline» in Hamburg aus. Während sich manche Sprayer in ihrer Entwicklung von der Schrift wieder bewusst entfernten, faszinierte Dare stets die Typografie. Die Buchstaben dienen in seinen Werken nicht nur zur Kommunikation des ¬Inhaltes.

Mit der Carhartt Gallery in Friedlingen war es ihm 2006 erstmals gelungen, herausragender Graffiti- und Urbaner Kunst in der Region um Basel eine passende Plattform zu bieten. Sigi von Koeding ist 2010 mit 41 Jahren an den Folgen eines Hirntumors verstorben. Nach turbulenter Übergangsphase hat Stefan Winterle die künstlerische Leitung übernommen und die Galerie für weitere Strömungen der Urban Art geöffnet.

Um das Miteinander in dieser Subkultur und die Freiheit in der Auswahl zu unterstreichen, wurde die Carhartt Gallery 2013 in Colab Gallery umbenannt. Mittlerweile ist die Galerie international beachtet und die beiden jährlich wechselnden Ausstellungen sind regelmäßige Besuchermagneten.

Foto: Tonio Paßlick
Foto: Tonio Paßlick
 

Winterle, Stefan (1976), Urban-Art-Künstler, Kurator

Der aus dem Stadtteil Haltingen stammende Stefan Winterle hat einen großen Anteil daran, dass mit der Colab Gallery im Bereich „Urban Art“, der Weiler Stadtteil Friedlingen weltweit einen hervorragenden Ruf genießt. Von Jugend an faszinierte ihn die Graffitimalerei. Da war zuerst illegales Sprayen. Dass er dabei erwischt wurde hatte auch seine positiven Seiten und so verlegte er sein Tun auf genehmigte Flächen. Zuerst nahm er einen Umweg über ein BLW-Studium und arbeitete einige Jahre bei Vitra. Als er sich 2003 zusammen mit Patrick Luetzelschwab ein Atelier im Kulturzentrum Kesselhaus anmietete, fasste er zwei Jahre später den Entschluss, sich hauptberuflich der Kunst zu widmen.

Ein erster vielbeachteter Blickfang in der Stadt war 2007 das farblich abgestimmte Graffitti auf einer Stromtankstelle, das ein Kind mit einer Pusteblume zeigt. Durch die inspirierende Zusammenarbeit mit dem 2010 verstorbenen Sigi Koeding (Dare) folgte 2008 in der Collab Gallery eine vielbeachtete Ausstellung von ihm, die Abbildungen der verstopften und deshalb unbrauchbar gewordenen Sprühköpfe von ausgedienten Sprühdosen zeigte.

Noch im selben Jahr folgten Ausstellungen in Zürich, Melbourne, Washington und in der Kunsthalle Basel. Viele Ausstellungen sollten in den nächsten Jahren im In- und Ausland folgen. 2011 erhielt er den Markgräfler Kunstpreis, etwa zeitgleich, als er aus Platzgründen sein Atelier vom Kesselhaus in Friedlingen nach Ötlingen verlegte. Besonders der Form der „Stencil-Graffiti“ (vom englischen Stencil = Schablone) hat er sich verschrieben. Nicht selten fertigt er für ein Bild 50 und mehr Schablonen an.

Nach Sigi Koeding wird Stefan Winterle Kurator der Colab Gallery. In der Regel zwei mal im Jahr lädt er Künstler aus der ganzen Welt zu jährlich stattfindenden Ausstellungen ein. Dabei ist er mit hervorragenden Vertretern der Street-Art-Kunst vernetzt. Im ART-Dorf Ötlingen ist er mit großen Wandmalereien vertreten. War es zuerst eine Pinguinformation, ist es heute ein eindrückliches Bacchusmotiv auf einem Zaun und ein Vogelmotiv an einer Hauswand. Gemeinsam mit der Stadt Weil am Rhein hat Stefan Winterle vor einigen Jahren begonnen, internationale Künstler auszusuchen, die in Friedlingen Urban-Art-Projekte realisieren.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Wössner, Ulrich (1953), Objektkünstler

Ulrich Wössner, geboren 1953, lebt und arbeitet als bildender Künstler in Haltingen. Er studierte Vergleichende Religionswissenschaften, Ethnologie, Germanistik, absolvierte eine Ausbildung zum analytischen Psychologen nach C.G. Jung und war berufstätig im Jugendhilfebereich und in eigener Praxis. Außerdem veröffentlichte er religionswissenschaftliche und tiefenpsychologische Arbeiten, sowie Gedichte.
Vor über 20 Jahren fand er zur Objektkunst, ist seit 2016 als Künstler freischaffend und an zahlreichen Ausstellungen beteiligt. Ulrich Wössner ist fasziniert von Dingen, vorgefundenen Materialien, Reststücken. Durch kreative Anordnung gestaltet er sie zu eigenständigen Objekten oder Installationen und ‚ver-rückt‘ sie so aus dem gewohnten Zusammenhang. Oder es wollen Materialreste, Gegenstände unwillkürlich zu einer ganz eigenen Form zusammenwachsen.

Foto: zbV
Foto: zbV
 

Zapf-Beydeck, Helene (1905 – 1977), Autorin, Musikerin, Malerin

Helene Zapf-Beydeck war Musikerin, Schriftstellerin, Puppenspielerin und Malerin. Sie war sehr sprachbegabt und bei Kindern durch ihr Kasperletheater sehr beliebt, auch die Erwachsenen hatten große Freude an ihren Aufführungen und Rundfunksendungen. Sie wollte den Menschen Freude machen, sie beschenken und Gutes tun durch ihre Kunst.
Helene Zapf-Beydeck hat das Zeitgeschehen in alemannischer Sprache beschrieben. Die Stadterhebung, die Geschichten aus dem Dorf Weil und dem Dorf Haltingen, das Markgräflerland und die Markgräfler Tracht werden liebevoll von ihr beschrieben. Die „Markgräfler Tracht“, „so stattlig und gattig gmacht“, hat die Dichterin in schönen alemannischen Versen gepriesen. Dem Markgräflerland mit seinen breiten Matten, grünen Reben, netten Maidli und fleißigem Bauernvolk widmete sie poetische Reime. Stimmungsvoll und besinnlich erklangen Zapfs Liedvertonungen wie „Weg und Ziel“ auf einen Text von Karl Berner oder der „Heimatsang“, den sie dem Haltinger Gesangverein zueignete. Darin heißt es, dass ein Lied manche Alltagsmüh’ und Last in einer Zeit voller Hast vergessen lässt. In einer Geschichte aus dem Jahr 1919 steht wie sich Helene Zapf erinnert, dass sie sich ein eigenes Kasperletheater wünschte, um sich „schauspielerisch und musikalisch ausleben“ zu können, und von der strengen Tante als „leichtsinniges Zirkusmensch“ bezeichnet wurde.“

Ihr Vater Louis Zapf stammte aus Dilsberg am Neckar und wurde Lehrer, ihre Mutter Albertine Beydeck kam aus einer Familie in Hügelheim, die ein „Kolonialwarengeschäft“ betrieb. Helene wurde am 22.7. 1905 in Brigach im Schwarzwald geboren. Ihr Vater war erst Lehrer in Eimeldingen und wurde dann Rektor in Alt-Weil, als Helene fünf Jahre alt war. Später wurde ein Gedenkstein neben das Museum am Lindenplatz gesetzt, das früher Rathaus, Post und Schulgebäude war.

Schon zu ihrer Zeit auf der Lörracher Handelsschule zeigte Helene ihre Begabung für das Klavier- und Orgelspiel. Schließlich studierte sie auch Gesang am Basler Konservatorium, erlernte das Gitarrenspiel und Zeichnen. Früh hat sie schon Kindern Gitarrenunterricht gegeben und in der Eimeldinger Kirche Orgel gespielt. Als freie Mitarbeiterin des Südwestfunks hatte sie von 1934 bis 1965 mit unzähligen Radiosendungen viel Erfolg. Unter anderem trat sie 1936 bei der Funkausstellung in Berlin auf. Sie schrieb zahlreiche Hörspiele, Gedichte, Geschichten und Theaterstücke und übersetzte Märchen und Fabeln in die ober-alemannische Mundart. Mit einer eigenen Schauspieltruppe und später einem Kasperle-Theater reiste sie duch ganz Südbaden und die Schweiz.

Als ihr Vater 1951 starb, konnte sie sich wirtschaftlich noch durch den Verkauf ihres Klavieres und anderer Dinge über Wasser halten. In einer Ausstellung im Museum am Lindenplatz 1995 anlässlich ihres 90. Geburtstages, die der damalige Museumspädgagoge Michael Feldges mit der Unterstützung von Thomas Hofer konzipierte, wurde eindrucksvoll der ärmliche Nachlass dokumentiert, den sie nach ihrem Tod 1977 hinterließ. Alle Wände und die Decke eines Raumes waren mit ihren dichterischen Nachlass tapeziert, während ihr ärmlicher Nachlass in eine kleine Kiste passte. Ein Venenleiden aus einer Verletzung während der Kriegsjahre, die zunehmende Armut führten dazu, dass sie in ihrer letzten Lebensjahre in Vergessenheit geriet.

Das Wyhlener Kloster Himmelspforte hatte ihr ein Harmonium geschenkt, das die Familie Hofer nach ihrem Tod an die Bad Krozinger Sammlung von historischen Tasteninstrumenten weitergab. Der Haltinger Geschichtsforscher Eugen Katzenstein hatte ihr in Haltingen zu einer Wohnung verholfen. Betreut wurde sie durch die Familie Hofer.
Drei Publikationen sind von Helene Zapf-Beydeck erhalten: 1936 gab sie im Eigenverlag den Gedichtband „Reb-Laub“ heraus. Die Auswahl und die Bearbeitung der Texte des zweiten Buches „Feldblueme“, das 1985 herauskam, übernahmen Emil Müller aus Ettikon und „Kant“-Direktor Rüdiger Hoffmann aus Schliengen, unterstützt vom Freundeskreis Helene Zapf unter der Leitung von Eugen Katzenstein und Paula Röttele-Stoll sowie von Hofers und anderen befreundeten Familien.

1995 folgte anlässlich der Ausstellung im Museum am Lindenplatz die Herausgabe der Anthologie „Heimkehr“, die Michael Feldges in Zusammenarbeit mit Thomas Hofer und Eugen Katzenstein herausbrachte.

Quellen: Vorwort Thomas Hofer zu „Heimkehr“
Museum am Lindenplatz und Stadtarchiv Weil am Rhein
Alemannische Wikipedia

Foto: zbV
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Foto: Helena Zapf (rechts) mit ihrer Familie (zbV)
Foto: Helena Zapf (rechts) mit ihrer Familie (zbV)
 

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