Schauspieler*innen

Hepp, Wolfgang (1941), Schauspieler

So wie ein altes Jahr verabschiedet und gleichzeitig ein neues begrüßt und hoffnungsvoll erwartet wird, definiert Wolfgang Hepp auch das Schauspielerleben. Es ist immer wieder ein neuer Anfang aber auch das Abschied nehmen ist ein wesentlicher Teil davon; von der Rolle, von Kollegen und auch von Städten. 

Er stammt aus Singen am Hohentwiel und als sechstes von sieben Geschwistern suchte er bereits als Kind seine „Rolle“ in der Familie. Es war früh sein Wunsch, Theaterschauspieler zu werden. Nach der Schauspielausbildung an der Otto-Falkenberg-Schauspielschule in München und nach dem ersten Engagement in Ulm als Marius im „goldenen Anker“ folgten klassische Rollen aber auch von zeitgenössischen Autoren am Staatstheater Kassel, Schauspielhaus Düsseldorf, Stadttheater Basel, Schauspielhaus Bonn, sowie auch Sommerfestspiele und andere kleinere Projekte. Seit 1962 spielte Wolfgang Hepp, bis auf wenige Ausnahmen beim Film, 33 Jahre lang Theater. 

Durch seine Arbeit von 1977 bis 1991 am Theater Basel wurde Weil am Rhein-Haltingen sein Wohnsitz. Als 1994 das Angebot vom Südwestfunk kam, den Bürgermeister und Familienoberhaupt Hermann Faller in „Die Fallers“ zu verkörpern, lies er sich ein halbes Jahr am Theater beurlauben, da er damit rechnete, dass dann die Dreharbeiten abgeschlossen sein werden. Doch weit gefehlt. Zwischenstand im Oktober 2020 wurden 1072 Folgen ausgestrahlt und weiterhin gedreht. Er spielt die Rolle so identisch, dass er oft im wahren Leben mit seiner Filmrolle verwechselt wird. In der Zwischenzeit spielte er immer wieder Rollen am Theater und auch in anderen Fernsehproduktionen wie von 2001 bis 2007 den Kriminalrat Wolf als Chef der Tatortkommissarin Lena Odenthal. Wolfgang Hepp erfüllt beides, die Schauspielerei beim Film und am Theater, die sehr unterschiedlich voneinander sind. Was vielen nicht gelingt, ist ihm gelungen, in den ganzen Jahren als Berufsschauspieler nie ohne Engagement geblieben zu sein. Ende 2016 zieht Wolfgang Hepp nach 39 Jahren in Haltingen in die Nähe von Kiel. Von dort fährt er nun mit dem Zug regelmäßig nach Baden-Baden zu den Dreharbeiten für „Die Fallers“.

Foto: Monika Merstetter
Foto: Monika Merstetter
 

Ziegler, Hilde (1939 - 1999), Autorin und Schauspielerin

Hilde Ziegler – eine Autorin, die auch Mahnerin war, wuchs während des Zweiten Weltkriegs in Weil am Rhein auf. Mit einem außergewöhnlichen Interesse an den Mitmenschen und deren Lebensbedingungen speicherte sie die Kindheitserinnerungen in ihrem Gedächtnis ab. Da das neu eröffnete Lichtspieltheater in der Stadt sie äußerst faszinierte, fasste sie bereits mit elf den Entschluss, Schauspielerin zu werden. Im Alter von 17 Jahren nahm sie Schauspielunterricht in Basel und bekam bereits erste klassische Rollen am Theater in Basel und München. Nebenher arbeitete sie im Schreibwarenladen ihrer Mutter. Mit zwanzig lernte sie ihren Mann kennen, Sohn eines Schweizer Vaters und einer ostpreußischen Mutter und ebenfalls ein bekannter Schauspieler.

Als 1978 der Film „Die Schweizermacher“, mit ihr in der Hauptrolle neben Emil Steinberger und Walö Lüönd, in die Kinos kam, wurde sie als Schauspielerin hauptsächlich auch in Deutschland sehr bekannt. Ebenso war sie 1994 überzeugend in „Endloser Abschied“, als sie eine an Alzheimer Erkrankte spielt. Ihre besondere Gabe der Niederschrift von Erzählungen ist mit ihrem 1988 erschienenen Buch „Während der Verlobung warf einer einen Hering an die Decke – 198 Erinnerungen eines Kindes“ offensichtlich geworden. In einer Rezension in „Die Zeit“ stand darüber zu lesen „Hoffentlich lässt sich niemand vom verkorksten Titel abhalten, dieses stille, kleine Buch zu lesen. 

Mit ihrem Erzähl-Mosaik gelingt es ihr, deutsche Geschichte in Kriegs- und Nachkriegs-Zeit zu schreiben – spannend oft witzig, auch traurig und bis in sprachliche Nuancen von großer, entlarvender oder Erkenntnis schaffender Genauigkeit“. Das Buch wurde verfilmt, der aber nicht den gleichen Erfolg erreichte. Neben drei Hörspielen schrieb Hilde Ziegler auch Kolumnen im Dreilandmagazin und in der Basler Zeitung über die Zerstörung der Natur, die zerstörten Menschen, ihre Verstörung über die Kriege in der Welt und ihre Ursachen. Bis zu ihrem Tod lebte sie im elsässischen Biederthal. Im Februar 2003 erscheint das Buch „Ich wusste, wohin die Reise geht“ mit Texten aus ihrem Nachlass, worin die Tragik ihrer Berliner Zeit erkenntlich wird, die sie später einholte, als sie am 9. Februar 1999 das gemeinsame Haus verließ, um nicht mehr lebend zurück zu kommen

Foto: Monika Merstetter
Foto: Monika Merstetter
 

BLÄSERFESTIVAL

KIESWERK OPEN AIR

KONTAKT

Stadt Weil am Rhein - Kulturamt
Humboldtstraße 2 - 79576 Weil am Rhein

Peter Spörrer
kltrmtwl-m-rhnd
07621 / 704-410

 

Datenschutzhinweis

Diese Webseite nutzt externe Komponenten wie Youtube, welche dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln.
Sie können dem zustimmen, oder wenn Sie auf "Ohne externe Komponenten nutzen" klicken, abwählen. Es werden dann nur Cookies gesetzt die für den Betrieb der Website notwendig sind und nicht abgewählt werden können. Datenschutzinformationen